Köln

Hannover siegt in Köln mit einem Handstreich

Köln.  Leon Andreasen stand in der Interviewzone des Kölner Stadions und ging zunächst einmal in den Verteidigungsmodus. „Ich weiß gar nicht, warum ich mich hier rechtfertigen soll“, sagte der Mittelfeldspieler von Hannover 96 nach dem 1:0 (1:0) der Niedersachsen. Dann meldete sich offenbar doch das schlechte Gewissen beim Torschützen. Also stammelte der Däne weiter: „Ich merke schon, wie mich am Arm etwas berührt, es ging alles sehr schnell. Das kann man pfeifen. Die Situation ist gerade echt blöd für mich.“

Man kann es auch anders formulieren: Der Sieg der Hannoveraner resultierte aus einem überdeutlichen Handspiel Andreasens, das Schiedsrichter Bastian Dankert (Rostock) nicht ahndete. Nach einem Eckball von Hiroshi Kiyotake und einer Verlängerung von Christian Schulz stand Andreasen völlig allein gelassen einen Meter vor der Torlinie, fuhr den rechten Arm aus und bugsierte den Ball so über die Linie (38. Minute). Deutlichere Handspiele wird es im Fußball kaum geben.

„Es ist – schönen Gruß an den DFB – ärgerlich, dass wir heute Handball-Schiedsrichter hier hatten und das Spiel durch einen Kempa-Trick entschieden wird“, sagte Jörg Schmadtke. Kölns Geschäftsführer gab aber auch zu: „Wir haben das Spiel nicht ausschließlich wegen der Schiedsrichter verloren.“ Auch Kölns Schlussmann Timo Horn zürnte: „Ich habe mit einem Pfiff des Schiedsrichters gerechnet. Ein irreguläres Tor hat uns um einen Punkt gebracht.“ Mehr als einen Punkt hätte Köln aber auch nicht verdient gehabt.

Kölns Trainer Peter Stöger sprach von einer „unglücklichen Niederlage“ und nahm den Übeltäter sogar in Schutz. „Die Spieler stehen natürlich unter einem enormen Druck“, antwortete der Österreicher auf die Frage, ob Andreasen seine Tat dem Schiedsrichter hätte beichten sollen. Der Unparteiische habe jedoch „einen Fehler gemacht“.