Bremen

Bremens Skripnik verliert langsam die Nerven

Drohung nach Bayern-Pleite: „Vielleicht ohne mich“

Bremen.  Viktor Skripnik ist nicht so leicht aus der Ruhe zu bringen – nach dem kämpferischen 0:1 (0:1) gegen Bayern München platzte ihm aber der Kragen. „Es ist nicht alles nur schlecht, was wir machen“, wetterte Werder Bremens Trainer. Er war allzu genervt von den kritischen Fragen der Reporter nach der fünften Niederlage in Serie. „Wo ist Eure Lösung? Ihr bestätigt immer: Das ist schlecht, scheiße und so weiter. Das sieht meine Tochter auch. Jede Oma, jeder Opa, der im Stadion sitzt, sieht, dass das schlecht ist“, blaffte der Ukrainer in die Medienrunde im Weserstadion. „Sind wir denn anderes gewohnt, haben wir uns die Champions League vorgenommen?“

Er selbst war traurig über die Minusserie: „Ich bin unzufrieden, denn jetzt geht es auswärts nach Mainz und dann kommt Dortmund. Dann sitzen wir hier genauso – vielleicht ohne mich.“ Ein Satz, der aufhorchen ließ. Dabei hatte Geschäftsführer Thomas Eichin bewusst den Druck von dem 45-Jährigen genommen mit der Aussage, Skripnik bleibe auch beim 0:12 gegen die Bayern im Amt. Hinterher meinte Eichin fast ein wenig erleichtert: „Wir sind noch da!“

Was den Bremern Hoffnung machte? Das „Kämpfen, Kratzen und Beißen“ (Skripnik) gegen die Bayern, gegen die fast ein Unentschieden geglückt wäre. Mit einer klugen Defensivtaktik und den wenigen überfallartigen Kontern verkauften sich die Norddeutschen gut.

Als Anthony Ujah in der 68. Minute nur von Manuel Neuer gestoppt wurde, sieben Minuten später ein wenig fahrlässig seine zweite Großchance vergab, träumte die lautstarke Werder-Kulisse von einem Punkt. „Du merkst, die Bayern werden unruhiger, das ist schon ärgerlich“, sagte Eichin. „Wir können auf die Leistung aufbauen“, sagte Kapitän Clemens Fritz nach seinem 250. Bundesliga-Spiel. Keeper Felix Wiedwald war ein guter Rückhalt, sein Einsteigen gegen Bayern-Stürmer Robert Lewandowski allerdings übermotiviert (71.). Es hätte Elfmeter und einen Platzverweis für Wiedwald geben müssen.