Grenchen

Bahnradfahrer bleiben bei der EM ohne Titelgewinn

Grenchen.  Für die erfolgsverwöhnten deutschen Bahnradsportler ist bei der EM in der Schweiz nicht alles rund gelaufen. „Die Meisterschaft lag nach unserem Höhentrainingslager in den USA wie erwartet zu früh. Trotzdem bin ich mit dem Abschneiden zufrieden“, sagte Bundestrainer Detlef Uibel.

Für das Glanzlicht sorgte Max Niederlag, der Silber im Sprint gewann. Ebenfalls Silber gab es für Joachim Eilers aus Chemnitz im nichtolympischen Zeitfahren. Kristina Vogel aus Erfurt mit Bronze im Sprint sowie die Teamsprint-Mannschaften steuerten mit Silber (Frauen) und Bronze (Männer) weitere Medaillen bei. Gar nicht gut lief es für Olympiasiegerin Miriam Welte (Kaiserslautern) und den viermaligen Weltmeister Maximilian Levy (Cottbus). Beide mussten am Sonntag ihre Starts absagen. Die 28 Jahre alte Welte hatte sich in der Vorbereitung Verbrennungen zweiten Grades am rechten Fuß zugezogen. „Die Verletzung ist aufgrund der Belastung wieder schlimmer geworden und ich will nicht riskieren, dass eine Entzündung in die offene Wunde kommt“, erklärte Welte. Levy sagte nach einer für ihn enttäuschenden EM seinen Keirin-Einsatz wegen Fieber ab.

Mit Domenic Weinstein aus Villingen-Schwenningen erreichte erstmals seit 2007 wieder ein deutscher Verfolger ein WM- oder EM-Finale. Hier musste sich der deutsche Meister nur Weltmeister Stefan Küng aus der Schweiz (4:14,992) beugen. Die Vierer-Mannschaft hatte als Fünfter nach Platz zwei im Vorjahr nicht ganz die Erwartungen erfüllen können. „Wir sind weiter auf dem richtigen Weg, auch wenn es uns schwer gefallen ist, hier unser Potenzial voll abzurufen“, sagte Bundestrainer Sven Meyer. Bei den Frauen war es wieder einmal Stephanie Pohl aus Cottbus, die die deutsche Bilanz rettete. Die amtierende Weltmeisterin wurde Dritte im nichtolympischen Punktefahren.

Kristina Vogel hat zum EM-Abschluss die Medaillenränge auf Platz fünf im Keirin verpasst. Den Titel sicherte sich wie schon im Sprint die Niederländerin Elis Ligtlee.