Hockenheim

DTM-Champion jubelt ohne Gurt: 3000 Euro Strafe

Hockenheim. Zeit zu genießen hat der jüngste Champion der DTM-Geschichte kaum. Wenige Tage nach dem goldenen Konfettiregen am Hockenheimring und der zur Titelfeier ausgebauten 21. Geburtstagsparty am Sonntagabend geht es für Pascal Wehrlein schon weiter in die USA. Als Ersatzfahrer im Formel-1-Team von Mercedes hält er sich bereit, falls Nico Rosberg oder Lewis Hamilton in Austin am Sonntag nicht antreten können – und lernt weiter für seine eigene Karriere in der Königsklasse.

„Mein Ziel ist die Formel 1. Wann das passiert und ob das passiert, das kann ich nicht sagen“, sagte Wehrlein. Hätte er jedoch einen Wunsch frei, „dann würde ich nächstes Jahr bei Mercedes in der Formel 1 fahren“.

Wesentlich realistischer ist Cockpit bei Manor, einem zukünftigen Motorenkunden des schwäbischen Autobauers. Mit der Brechstange will Motorsportchef Christian „Toto“ Wolff eines der größten deutschen Talente aber nicht in die Formel 1 bekommen. „Wir werden Pascal nicht um jeden Preis in so ein Auto pressen. Es muss auch gut sein“, sagte Wolff Samstagabend vor 800 Sponsoren, Mitarbeitern und Fans der Stuttgarter und kündigte für die kommenden Tage Gespräche an.

Am Morgen nach seinem Titelgewinn leistete sich Wehrlein die schlechteste Qualifikation der Saison und kam von Startplatz 17 beim verdienten vierten Saisonsieg von Audi-Mann Jamie Green nur auf Rang 20 ins Ziel. Beim Kreiseln vor den Fans fuhr sich Wehrlein dann auch noch fest und musste abgeschleppt werden. Am Vortag hatte er den Kreisel ohne angelegten Sicherheitsgurt gedreht – und wurde dafür zu 3000 Euro Strafe verdonnert. Weil Wehrlein dann auch noch erst einem Teammitglied um den Hals sprang, bevor er sich auf die Waage stellte, erhöhte sich die Rechnung um weitere 2500 Euro. Der neue DTM-Champion wird’s verkraften.