Baku/Rom

Italien feiert seinen neuen Anführer Marco Verratti

Der 22-Jährige übernimmtdie Rolle von Andrea Pirlo

Baku/Rom.  Vize-Europameister Italien hat einen neuen Hoffnungsträger: „Marco Verratti schießt Italien zur EM nach Paris“, schrieb die „Gazzetta dello Sport“, nachdem der viermalige Fußball-Weltmeister und Deutschland-Schreck durch ein 3:1 (2:1) in Baku gegen Gastgeber Aserbaidschan das EM-Ticket gelöst hatte. Der 22-jährige Offensivspieler von Paris St. Germain war bester italienischer Spieler, auch wenn ihm ein Torerfolg nicht vergönnt war. Die Azzurri-Stars tanzten noch auf dem Platz ausgelassen Ringelreihen und ließen ihrer Freude freien Lauf. Das Team von Chefcoach Antonio Conte ist zum sechsten Mal in Folge bei einer EM dabei, zum neunten Mal insgesamt.

„Dass Italien die Qualifikation schaffen würde, war zu erwarten, dass es die Mannschaft so gut schaffen würde, hätte man sich nicht vorgestellt“, bilanzierte die „Gazzetta dello Sport“ und gab Verratti die beste Note unter den italienischen Kickern. Der 22-Jährige von Paris St. Germain zeigte eine Galavorstellung, war an den Toren maßgeblich beteiligt, lieferte ein großes Laufpensum, war stets anspielbar und von den Aserbaidschanern nicht auszuschalten. Die Zeitungen sehen in ihm sogar schon einen „neuen Andrea Pirlo“, hoffen also bei dem Offensivspieler auch auf Führungsqualitäten.

Auch El Shaarawy überzeugt nach vorher schwachen Leistungen

„Der Übergang von Pirlo zu Verratti hat begonnen, hoffentlich wird er uns weitere Freude bescheren“, urteilte der „Corriere dello Sport“. Eder (11.), Stephan El Shaarawy (43.) und Matteo Darmian (63.) schossen die Mannschaft vom Apennin zum Sieg in Baku, der Karlsruher Dimitrij Nasarov (31.) glich zwischenzeitlich aus.

Überzeugend bei der Squadra Azzurra war auch El Shaarawy, der nach der Trennung von AC Mailand und dem Wechsel zum AS Monaco in der Nationalmannschaft nicht mehr geglänzt hatte – diesmal aber auftrumpfte. „Eine fürstliche Leistung im Einklang mit dem neuen Wohnsitz des Spielers“, schrieb die „Gazzetta dello Sport“ nach dem ersten Nationalmannschaftstor des Italieners ägyptischer Abstammung seit drei Jahren. Conte konnte seine Freude nicht verbergen. „Das Spiel gegen Aserbaidschan war nicht einfach, doch wir haben uns mit einem stark offensiven Spiel behaupten können. Wir zählen zwar nicht zu den Favoriten für die EM 2016, ich hoffe jedoch bis dahin, eine kleine Erfolgsmaschine aufbauen zu können“, sagte der Trainer.