US-Nationalmannschaft

Sind Jürgen Klinsmanns Tage als US-Coach gezählt?

Nach dem Aus gegen Mexiko im Kampf um den ConFed Cup fordern Stars den Rücktritt des Trainers. Auch dessen Sohn blamierte sich zuletzt.

Jürgen Klinsmann schlägt die Hände über dem Kopf zusammen. Die amerikaniche Öffentlichkeit kritisiert den US-Coach scharf

Jürgen Klinsmann schlägt die Hände über dem Kopf zusammen. Die amerikaniche Öffentlichkeit kritisiert den US-Coach scharf

Foto: Marcus Brandt / dpa

Pasadena.  – Als Jürgen Klinsmann an einem schwarzen Tag für den US-Fußball den nächsten sportlichen Rückschlag erklären musste, geriet der Coach der amerikanischen Nationalmannschaft in die Defensive. „Ich bin nicht hier, um gemocht zu werden“, sagte Klinsmann nach der verpassten Qualifikation für den Confed Cup 2017 in Russland.

Das bittere 2:3 (1:1, 1:1) nach Verlängerung ausgerechnet im Prestigeduell mit dem Erzrivalen Mexiko führte noch in den Katakomben des Rose Bowl Stadiums in Pasadena (Kalifornien) zu Diskussionen um den Weltmeister von 1990.

Donovan und Lalas forden Rücktritt

Der Daueroptimist aus Schwaben wurde öffentlich angezählt: „Überall in der Welt würde ein Coach gefeuert, der solche Resultate liefert – und er verliert gegen Mexiko“, lästerte Rekordnationalspieler Landon Donovan, den Klinsmann 2014 aussortiert hatte, auf Twitter. „Wenn Jürgen diesen Standard an seine Spieler anlegt, dann muss er sich auch selbst an diesem Standard messen lassen.“

Eine deutliche Rücktrittsaufforderung, der sich Fußballidol Alexi Lalas als Experte beim Fernsehsender Fox Sports anschloss: „Wir müssen uns fragen, ob sich der US-Fußball zurückbewegt, „sagte der 96-malige Nationalspieler. „Ich sehe immer noch nicht das,was uns versprochen wurde, als Klinsmann seinen Job aufnahm - ein mehr auf Eigeninitiative orientierte Stil.“

Peinliche Pleite auch für den Sohn

Für Klinsmann wird es zunehmend ungemütlich. Die Euphorie, die der 51-Jährige im Land von American Football, Basketball, Eishockey und Baseball um den nicht überall geliebten Soccer entfachte, ist bereits verflogen. 2014 hat das US-Team bei der WM noch das Achtelfinale erreicht, doch zuletzt war die Tendenz klar abfallend, nur eines der vergangenen fünf Spiele konnten die USA gewinnen.

Und Erfolge im Nachwuchsbereich sind nicht in Sicht: Bei einem Testspiel unterlag vergangene Woche in Stuttgart das U-19-N ationalteam der USA den Deutschen mit 1:8. Im Tor der USA stand ausgerechnet Jonathan Klinsmann, der 18-jährige Sohn des Nationalcoaches. Es läuft gerade nicht bei den Klinsmanns – und damit auch nicht im US-Soccer.