Fifa-Skandal

Die fünf wichtigsten Fragen und Antworten zur Affäre Blatter

Die Affäre um Fifa-Präsident Sepp Blatter hat diverse Auswirkungen auf den Fußball. Nicht nur auf die umstrittene WM 2022 in Katar.

Jack Warner (l.), hier neben Fifa-Präsident Sepp Blatter, gilt als Schlüsselfigur im Korruptionsskandal

Jack Warner (l.), hier neben Fifa-Präsident Sepp Blatter, gilt als Schlüsselfigur im Korruptionsskandal

Foto: Pressefoto ULMER/Robert Michael / picture-alliance / Pressefoto UL

Die Schlinge um den Fußball-Weltverband Fifa und deren Präsident Sepp Blatter zieht sich immer enger zu. Die Morgenpost beantwortet die fünf wichtigsten Fragen zum Skandal:


Welche Behörden ermitteln?

Die US-Justizbehörde unter der Leitung von Justizministerin Loretta Lynch sowie die Schweizer Behörden mit Bundesanwalt Michael Lauber an der Spitzen arbeiten unabhängig voneinander, tauschen jedoch die Ergebnisse ihrer Ermittlungen regelmäßig aus. Die Bundesanwaltschaft ist die oberste Ermittlungs- und Anklagebehörde der Schweiz mit den Schwerpunkten organisierte Kriminalität und Terrorismus, aber auch Geldwäsche und Korruption.

Bleibt die WM 2022 in Katar?

Offensichtlich ja. Die Fifa gab am Freitag bekannt, dass die umstrittene WM am 21. November 2022 und damit an einem Montag beginnt. Das Finale steigt am 18. Dezember 2022. Damit ist die WM im Emirat mit nur 28 Tagen die kürzeste seit 44 Jahren. Das Turnier 1978 in Argentinien dauerte 25 Tage.

Was geschieht mit Jack Warner?

Das Ex-Mitglied der Fifa-Exekutive, der ehemalige Präsident des Kontinentalverbandes für Nord-/Mittelamerika und die Karibik (Concacaf), gilt als Schlüsselfigur im Korruptionsskandal. Der 72-Jährige aus Trinidad & Tobago soll an die USA ausgeliefert werden. Ein Gericht in Trinidad & Tobago hat am Freitag die Entscheidung darüber jedoch verschoben und für den 2. Dezember eine weitere Anhörung festgesetzt. Warner soll 2011 vor der Fifa-Präsidentschaftswahl Stimmen für Blatter-Herausforderer Mohamed bin Hammam gekauft haben und bei der WM 2006 in Deutschland in Schwarzmarkt-Ticketverkäufe verstrickt gewswesen sein.

Ist Michel Platini der nächste?

Der Präsident des europäischen Verbandes Uefa gilt als Kronprinz für die Nachfolge von Blatter als Fifa-Präsident. Bislang wurde er nur als Auskunftsperson verhört. Sollte sich der Verdacht einer „treuwidrigen Zahlung“ Blatters an Platini in Höhe von zwei Millionen Schweizer Franken (gut 1,8 Millionen Euro) aber bestätigen, dürfte die Funktionärs-Karriere des Franzosen auf einen Schlag beendet sein. Gegenüber der Schweizer Bundesanwaltschaft sagte Platini aus, „dass dieser Betrag mit meiner vertraglich vereinbarten Arbeit für die Fifa zusammenhängt“.

Welche Folgen erwarten die Schweiz?

Seit Jahren gibt es in der Schweiz massive Kritik am Gebaren der Fifa. Wie 50 andere große Sportverbände, darunter auch die Uefa und das Internationale Olympische Komitee (IOC), wird sie in der Schweiz aber geduldet und genießt einen Sonderstatus. Dabei geht es vor allem um Steuerbefreiungen, da die Verbände nicht auf Gewinnmaximierung ausgerichtet seien, und dem Nichtunterliegen der normalen Gerichtsbarkeit. Dieses Schweizer Paradies dürfte nun sein Ende finden.