Mönchengladbach

Gladbach setzt auf Schubert als Übergangslösung

Borussen suchen neuen Trainer,Kollegen kritisieren Favre

Mönchengladbach.  Am Tag nach dem Rücktritt von Cheftrainer Lucien Favre kämpfte die Führungsspitze von Bundesliga-Schlusslicht Borussia Mönchengladbach immer noch um Fassung: „Ich wusste beim Aufwachen leider, dass das alles kein böser Traum ist“, kommentierte Sportdirektor Max Eberl die Situation. Keine 20 Stunden waren nach der Demission des Schweizers vergangen. An seinem 42. Geburtstag mochte Eberl, Architekt des bisherigen Borussen-Aufschwungs, aus seiner Enttäuschung kein Hehl machen: „Ich bin sehr traurig. Sautraurig.“

Statt anzustoßen, musste Eberl zwei Tage vor dem Heimspiel der punktlosen Rheinländer gegen den FC Augsburg einen Scherbenhaufen zusammenkehren. In einer der prekärsten Situationen der jüngeren Vereinsgeschichte lenkte der Ex-Profi den Blick gleichwohl nach vorn: Als Übergangslösung übernimmt der bisherige U23-Coach André Schubert das Training des Ex-Meisters. Der 44-Jährige war auch schon Zweitliga-Trainer des SC Paderborn und FC St. Pauli.

Die Suche nach einem neuen Cheftrainer wollen die Gladbacher nicht überstürzen: „Wir hatten keinen Plan B, und im September fallen die besten Trainer auch nicht von den Bäumen“, sagte Eberl. Borussia Dortmunds Ex-Coach Jürgen Klopp steht nach Angaben seines Beraters Mark Kosicke zur „Sport Bild“ nicht zur Verfügung. Im Gespräch sind außerdem der langjährige Bremer Trainer Thomas Schaaf und der Ex-Schalker Mirko Slomka; beide sind derzeit ohne Job. Als Feuerwehrmann käme der Alt-Borusse Jupp Heynckes in Frage.

Anders als der bekennende Favre-Fan Eberl kritisierten Kollegen den 57 Jahre alten Eidgenossen scharf. „Damit hat Lucien Favre das Problem nicht gelöst, sondern größer gemacht“, sagte Borussia-Ikone und Ex-Bundestrainer Berti Vogts der „Rheinischen Post“. Der frühere Meister-Trainer Felix Magath verurteilte „Favres Fahnenflucht“ in seiner Kolumne, die in mehreren Zeitungen erscheint, als „nicht in Ordnung“ und „falschen Weg“. Favre, so Magath, habe Mönchengladbach und nicht zuletzt Eberl „brüskiert“. In den Chor der Kritiker reihte sich auch Lothar Matthäus ein, dessen Karriere einst am Bökelberg Fahrt aufnahm: „Sein Amt nach fünf Niederlagen zur Verfügung zu stellen, nachdem er so viel aufgebaut hat bei diesem Verein, ist nicht nachvollziehbar“, sagte er.