Sport

Flüchtlingskind ist Einlaufjunge von Ronaldo

Ungarische Kamerafrau hatte seinem Vater ein Bein gestellt

Es war die bewegendste Szene des Wochenendes in der spanischen Primera Division. Vor dem Spiel von Real Madrid gegen den FC Granada am Sonnabend lief an der Hand des Weltstars Cristiano Ronaldo ein syrisches Flüchtlingskind auf den Rasen des Estadio Bernabeu ein. Und es war nicht irgendein Flüchtlingskind, es war Zaid Abdul, Sohn von Osama Abdul Mohsen.

Der hatte weltweit Aufmerksamkeit auf sich gezogen, als er mit einem seiner Kinder im Arm über ein absichtlich gestelltes Bein der ungarischen Kamerafrau Petra Laszlo gestürzt war. Die Journalistin war aufgrund ihres Ausrasters anschließend von ihrem Sender entlassen worden.

Bereits am Freitag hatte das spanische Starensemble um Cristiano Ronaldo und Co. die syrische Flüchtlingsfamilie Mohsen eingeladen. „Der kleine Zaid lernte sein Idol Cristiano Ronaldo kennen, mit dem er auf dem Feld fotografiert wurde“, teilte der Verein in einer Erklärung mit. „Der Vater und seine Söhnte trafen auch Trainer Rafael Benitez, die Betreuer und die Mannschaft Minuten vor der finalen Trainingseinheit vor dem Spiel gegen Granada.“

Einen Tag zuvor war die Familie von Klubpräsident Florentino Perez durch das Stadion geführt worden. Mohsen und seine beiden Söhne Mohammad und Zaid waren aufgrund des Einsatzes von Miguel Angel Galan, Leiter beim spanischen Trainerausbildungszentrum in Getafe, nach Spanien gebracht worden. Mohsen ist ein ehemaliger Coach des syrischen Erstligisten Al-Fotuwa und hatte in Getafe unter großem Medienaufsehen eine Trainerstelle erhalten.

Während sein jüngerer Sohn Zaid Abdul an der Hand von Cristiano Ronaldo mit breitem Lächeln ins Stadion lief und sich mit verschränkten Armen vor dem Weltstar aufstellte, verfolgte Mohsen auf Einladung des Vereins gemeinsam mit seinem älteren Sohn Mohammad das Spiel von der Ehrentribüne aus. Sie sahen ein knappes 1:0 des Titelfavoriten über den Abstiegskandidaten aus Granada. Die Zeitungen feierten Torhüter Navas als „Mauer“ (Marca) oder „Großen Keylor“ (As), doch der wahre Held war an diesem Sonnabend der kleine Flüchtlingsjunge aus Syrien an der Hand des dreifachen Weltfußballers des Jahres aus Portugal.