Köln

In Gladbach schrillen die Alarmglocken: "Debakel, Krise, Abstiegskampf"

Köln.  Nach der fünften Pleite in Folge wehrte sich Max Eberl nicht mehr gegen das böse Wort „Abstiegskampf“, seinem Trainer Lucien Favre stärkte der Manager von Borussia Mönchengladbach aber demonstrativ den Rücken. „Debakel, Krise, Abstiegskampf - es gibt viele Worte, die derzeit auf uns einprasseln“, sagte Eberl nach dem 0:1 (0:0) in einem seltsamen Derby beim 1. FC Köln und fügte angesprochen auf Favre an: „Wir gehen da gemeinsam durch.“

Wieder einmal agierte die Borussia erschreckend harmlos, vom Offensiv-Spektakel des Vorjahres ist nichts übrig geblieben. „Sisyphos lässt grüßen. Du schiebst die Kugel immer wieder hoch, dann rollt sie wieder zurück“, sagte Eberl. Am Ende stand die Borussia wieder einmal mit leeren Händen da, nur noch eine Pleite fehlt zu Fortuna Düsseldorfs Negativ-Startrekord aus der Saison 1991/92.

Trainer Favre sprach dann auch von „keiner idealen Situation“ für sein Team. Zumindest bekannt dürfte dem Schweizer die prekäre Lage aber vorkommen. Im September 2010 hatte Favre nach der Beinahe-Meisterschaft mit Hertha BSC sogar sechs Pleiten in Folge kassiert und war daraufhin entlassen worden. So weit ist es in Gladbach noch nicht, auch ein freiwilliger Rücktritt scheint eher unwahrscheinlich. „Der Trainer wird uns nicht im Stich lassen“, sagte Granit Xhaka.

Dennoch stellt sich die Frage, wie die Borussia den Ausweg aus der Negativ-Spirale finden soll. „Wir hatten keine klare Torchance“, gab auch Favre zu. Nach dem Gegentor durch Anthony Modeste (64.) war bei den Gladbachern kein Aufbäumen zu spüren.

Helfen sollen jetzt auch die Fans, die das Derby zum Großteil aus Protest gegen die Reduzierung und Personalisierung von Tickets boykottiert hatten. Als die Mannschaft nach Schlusspfiff mit hängenden Köpfen in die Kurve trottete, spendete nur noch ein kleines Häufchen Anhänger tröstenden Applaus.