Rudern

Olympiasieger Kuffner führt den Sprint der Achter an

Die Champions League der Ruderer ist noch jung. Sie soll den Sport näher an die Zuschauer bringen. Das Finale findet in Berlin statt

 Hans Gruhne, rechts vorn im Boot, wurde gerade Weltmeister mit dem Doppelvierer. Am Wochenende steigt er in den Achter

Hans Gruhne, rechts vorn im Boot, wurde gerade Weltmeister mit dem Doppelvierer. Am Wochenende steigt er in den Achter

Foto: Olivier Anrigo / dpa

Berlin.  Diese Tage bringen einigen Stress mit. Dabei war gerade alles noch so entspannt. Auf Bali reiste Andreas Kuffner zwei Wochen lang umher, Donnerstag kehrte er zurück, landete in München. Erst am Sonnabend kommt er in Berlin an. Und dann steigt er sofort ins Boot. Champions League. Keine optimale Wettkampfvorbereitung, aber die Anfrage kam eben kurzfristig. Kuffner sagte trotzdem zu. Um mal wieder den Wettkampf zu spüren, aber auch für die Sache.

Die ist noch jung. Am Wochenende wird das Finale der Rowing Champions League ausgerudert. Auf der Spree, direkt vor der Mercedes-Benz Arena. Dort treten viele Achter aus verschiedenen Ländern an, die sich alle qualifizieren mussten. Erst im Zeitrennen, dann treten jeweils zwei Boote im Duell gegeneinander an, im K.o.-System bis zum Finale. Auf einer Strecke von nur 350 Metern. Alles direkt vor dem Publikum. „Das tut dem Rudersport gut, das ist eine Veranstaltung mit viel Potenzial“, sagt Kuffner. Sogar abheben dürfen sie jetzt, am Freitag kam nach langem Warten die Genehmigung, eine Drohne Bilder für das Fernsehen aufnehmen zu lassen. Alles dreht sich bei der Champions League darum, Rudern medienkompatibel und zuschauerfreundlich zu machen.

Kuffner pausierte diese Saison wegen einer Bandscheiben-Operation

Kuffner ist einer der Stars des Wochenendes, Olympiasieger im Achter. Auf den klassischen, weniger fernseh- und publikumsgerechten 2000 Metern. Dieser Sprint in Berlin „ist ganz was anderes“, sagt der 28-Jährige vom Berliner Ruder-Club, der den Achter des Berliner Landesruderverbandes anführt. Alle Rennen, Sonnabend beginnen die Zeitläufe (16 Uhr), Sonntag sind die K.o.-Rennen (9 Uhr), wird er wohl nicht bestreiten können. Denn „die Gesundheit ist das Wichtigste“, sagt er. Die ganze Saison fiel für ihn aus, weil er sich im Frühjahr einer Bandscheiben-Operation unterziehen musste. Dazu hatte er sich entschlossen, weil er hoffte, schnell ins Boot zurückkehren zu können. Doch er fing zu früh wieder mit dem Training an, wodurch sich die Genesung verzögerte.

Im Plan für sein großes Ziel sieht er sich dennoch. Nächstes Jahr will Kuffner in Rio erneut im deutschen Achter um olympisches Gold kämpfen. Der lange Ausfall macht ihn nicht nervös. „Es gibt mir etwas Ruhe, dass ich das schon mal durchgemacht habe“, sagt er und meint die Pause. Nach Olympia 2012 brauchte er eine Auszeit und verzichtete auf die folgende Saison. 2014 schaffte er die Rückkehr in den Achter und wurde WM-Zweiter. Mit der Champions League beginnt für Andreas Kuffner nun sozusagen die Olympiavorbereitung.