Beachvolleyball

Der Berliner Lars Flüggen ist der etwas andere Beacher

Lars Flüggen will mit Markus Böckermann bei den Deutschen Meisterschaften um den Titel mitspielen – und hat dafür einen Glücksbringer.

Erfolgsduo im Sand: Lars Flüggen (l.) und Markus Böckermann

Erfolgsduo im Sand: Lars Flüggen (l.) und Markus Böckermann

Foto: Antonio Lacerda / dpa

Berlin. Braungebrannt, durchtrainiert, angetan mit einer modischen Badeshorts und einer hippen Sonnenbrille – so stellt man sich gemeinhin einen jungen Mann vor, der sein Geld als Beachvolleyballer verdient. Lars Flüggen ist anders. Der 25-jährige Berliner erinnert eher an einen der hochintelligenten Physiker aus der Serie Big Bang Theory.

Seine Haut ist beinahe alabasterfarben, seine Statur eher schmächtig, zum Training trägt er am liebsten das immer gleiche geringelte Baumwollshirt, seine braunen Locken bändigt ein weißer Anglerhut. Den hat ihm seine Mutter, von Berufswegen Physikerin, vor Jahren im Urlaub gekauft, damit der kleine Lars keinen Sonnenbrand bekommt, erzählt er.

Gelegenheit dazu gibt es oft, denn Lars Flüggen gehört mit seinem ebenso hellhäutigen Partner Markus Böckermann zu den besten Beachvolleyballern Deutschlands. 13 Turniere haben die beiden Athleten in dieser Saison bereits gespielt und reisten dabei rund um den Globus.

Silbermedaille in Rio

Dass sie wie heute, nur 86 Kilometer von ihrem Trainingsort Hamburg entfernt, in ein Turnier starten, ist eher die Ausnahme. Seit 1993 werden in Timmendorfer Strand die Deutschen Meisterschaften ausgetragen, 60.000 Zuschauer werden bei den 23. Titelkämpfen erwartet. Das Siegerteam erhält jeweils 25.000 Euro.

Böckermann/Flüggen sind hinter den Titelverteidigern Kay Matysik und Jonathan Erdmann aus Berlin an Rang zwei gesetzt. Es ist ihre erste gemeinsame Teilnahme und gar nicht so unwahrscheinlich, dass sie am Ende ganz oben auf dem Podest stehen.

Am vergangenen Wochenende haben sie bereits einige der stärksten Teams der Welt geschlagen: Beim Open Turnier des Weltverbands in Rio de Janeiro gewannen Böckermann/Flüggen die Silbermedaille. Das vom Weltverband veranstaltete Open sollte eine Art Testlauf für die Olympischen Spiele darstellen, die 2016 an gleicher Stelle stattfinden.

Ein Hut als Glücksbringer

Die Olympia-Teilnahme ist die Zielsetzung des Duos, das sich 2015 zusammenschloss und derzeit seine erste gemeinsame Saison spielt. Flüggen, der Olympische Spiele bislang nur von Fernsehbildern kennt, wollte sich eigentlich auf seinen Master in Chemie konzentrieren, den Bachelor hat er schon.

Doch als der Anruf von Böckermann kam, hat er sich entschieden, das Studium erst einmal hinten anzustellen und zog nach Hamburg. "So ein Projekt macht nur Sinn, wenn beide am gleichen Standort trainieren", sagt er.

Und dann ist da noch die Geschichte mit dem Hut – seinem Glücksbringer. Damit Flüggen seinen geliebten Anglerhut auch bei offiziellen Wettkämpfen tragen darf, hat Böckermann ihm das Logo des Sponsors auf die Seite genäht.

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