Leichtathletik-WM

Usain Bolt von Kameramann mit Segway umgefahren

Gerade noch freute sich Usain Bolt über seinen Sieg über 200 Meter in Peking - dann lag er am Boden. Ein Segway hatte ihn erfasst.

Der Aufprall. Der Kameramann fährt Usain Bolt von hinten um

Der Aufprall. Der Kameramann fährt Usain Bolt von hinten um

Foto: Rolex Dela Pena / dpa

Jamaikas Superstar hat nach seinem Sieg über 100 Meter auch die 200 Meter bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Peking gewonnen. Er setzte sich am Donnerstag in der Weltjahresbestzeit von 19,55 Sekunden gegen seinen US-Rivalen Justin Gatlin (19,74) durch. Bronze holte der Südafrikaner und Anaso Jobodwana in 19,87 Sekunden. Damit eroberte Bolt bereits das zehnte WM-Gold seiner einzigartigen Karriere.

Etwas getrübt wurde sein Auftritt vor dem Publikum jedoch durch das Missgeschick eines chinesischen Kameramanns. Der filmte von einem Segway aus und fuhr dabei über die Schiene einer Fernsehkamera. Dadurch verlor er das Gleichgewicht und kippte mit seinem Segway um. Dabei holte er den Sprintstar von den Beinen. Verletzt wurde Bolt dabei jedoch nicht. Sportlicht machte er eine Rolle rückwärts und stand sofort wieder auf den Beinen.

Nach dem Zwischenfall scherzten beide bei der Presskonferenz: „Es gehen hier schon die ersten Gerüchte um, dass Justin Gatlin den Mann bezahlt hat", sagte Bolt. Worauf Gatlin erwiderte: „Ich will mein Geld zurück. Der hat da etwas falsch verstanden. Er sollte das vor dem Rennen machen. Nicht danach.“

Der Weltrekordler hatte schon am Sonntag über die 100 Meter Gatlin knapp bezwungen. Bolt hat seit 2007 kein 200-Meter-Rennen mehr verloren. Die Zeit in Peking war die schnellste seit seinem Olympiasieg 2012 in London (damals 19,32). Am Ende des Duells saß Bolt auf einem Stuhl am Rande der Bahn und lachte freundlich den neben ihm auf eine Bank sitzenden Gatlin an, der zuvor die Weltjahresbestzeit mit 19,57 Sekunden gehalten hatte. Während Bolts Vorsprung im Kurzsprint nur eine Hundertstelsekunde betragen hatte, setzte sich der Favorit auf seiner Lieblingsdistanz deutlich ab.

Gatlin, der frühere Dopingsünder aus den USA, hat seinen Meister in Bolt gefunden. Seine Hoffnung auf einen Thronsturz hatte sich nicht erfüllt. Dennoch wirkte der 33-Jährige nach der erneuten Niederlage nicht unzufrieden.

Für Bolt soll Titel Nummer elf jetzt am Samstag mit der jamaikanischen 4 x 100-Meter-Staffel folgen. Der 29-Jährige setzte sich im insgesamt zehnten Duell mit Gatlin bereits zum achten Mal durch. Nach eineinhalb Jahren mit einigen Verletzungssorgen zeigte der sechsfache Olympiasieger zudem, dass seine Ära weitergeht.