Berlin

TTC Eastside peilt das dritte Triple in drei Jahren an

Zwei Japanerinnen verstärken Berlins Tischtennis-Champion

Berlin.  Fast komplett waren die Tischtennisspielerinnen des TTC Berlin Eastside am Donnerstag versammelt. Auch Yui Hamamoto – erst tags zuvor nach 13 Stunden Flug aus Tokio in der Hauptstadt gelandet – war beim Pressefrühstück in Berlin-Mitte dabei. Welche Eindrücke die gerade erst 17 gewordene Japanerin in der kurzen Zeit gewonnen hat? „Mein Gesicht war das erste, was sie von Berlin gesehen hat“, witzelte Präsident Alexander Teichmann. „Keine Ahnung, ob es sie begeistert hat.“

Die Nummer 55 der Weltrangliste ist nur eine aus der Schar starker Youngster aus Fernost, die nach dem Willen ihres Verbandes in Europa Erfahrung sammeln soll, um 2020 bei den Olympischen Spielen in Tokio zu glänzen. Eine andere ist ihre ein Jahr jüngere Landsfrau Miyu Kato (Weltranglistenlatz 67). Mit Eastside wurde dafür ein idealer Partner gefunden.

Ein Einsatz im ersten Saisonmatch am Freitagabend (19.30 Uhr, Sportkomplex Paul-Heyse-Straße), wenn Eastside in der Champions-League-Vorrunde auf Frankreichs Spitzenteam Saint Quentin TT trifft, ist allerdings eher unwahrscheinlich. Trotzdem ist Teichmann überzeugt: „Für die gesamte Saison haben wir nun eine Vielzahl von möglichen Variationen auf höchstem Niveau. So junge Spielerinnen sind ein schönes Potenzial für die Zukunft.“

Im Duell gegen Saint Quentin ist Eastside klarer Favorit und wird wohl mit dem Trio Xiaona Shan (Weltranglistenplatz 15), der Ungarin Georgina Pota (23.) und der zweiten DTTB-Nationalspielerin Petrissa Solja (27.) antreten. Dank dieses Trios sind die Berlinerinnen der erste deutsche Verein in der Geschichte der Champions League, der als Nummer eins der Setzliste in den Wettbewerb geht.

Favoritinnen auf Europas Thron

„Logisch, dass wir als Europas Top-Team auf den Favoritenschild gehoben werden“, sagt Trainerin und Managerin Irina Palina, „damit können wir leben.“ Auch Teichmann untermauert die Ambitionen und spricht von einer möglichen „Saison der Triples“. Eastside will die Titel in Champions League, Meisterschaft und Pokal gewinnen. Gelingt dies, wäre es das dritte Triple in Folge. Nicht die einzige Herausforderung. „Die vorolympische Saison steht schon stark im Zeichen von Rio“, sagt Teichmann, „und mit Shan, Solja und Pota haben drei unserer Frauen glänzende Aussichten, dort dabeizusein.“ Drei Olympia-Chancen, die unterstreichen, wie erfolgreich bei Eastside gearbeitet wird.

Ein weiteres Indiz dafür liefert der kommende Gegner. Mit Ran Li-Kath (zweimal ETTU-Cup-Siegerin mit Eastside-Vorgängerverein 3B) und Polina Michailowa stehen zwei frühere Berlinerinnen im Team. Wenn man sich die Liste von Eastsides Ehemaligen anschaue, „sind wir so etwas wie ein Durchlauferhitzer für europäische Spitzenspielerinnen“, sagt Teichmann. Obwohl der Saison-Etat (zwischen 150.000 und 180.000 Euro) konstant geblieben ist, habe Eastside Jahr für Jahr einen Sprung nach vorn gemacht. Das soll so bleiben. Mit dem dritten Triple – und mit Yui Hamamoto und Miyu Kato.