Kohler –

Golfprofi Day besiegt seinen Major-Fluch

Der Australier triumphiert mit Rekord-Ergebnis in Kohler

Kohler. Der letzte Putt war noch gar nicht eingelocht, als bei Jason Day bereits alle Dämme brachen. Ungläubig schüttelte der Australier immer wieder den Kopf, Tränen kullerten über das Antlitz, ehe er den Ball aus wenigen Zentimetern versenkte und tatsächlich das Ziel seiner Träume erreichte. „Es fühlt sich so extrem gut an, endlich ein Major-Champion zu sein“, sagte Day nach dem Triumph bei der US PGA Championship in Kohler. Der 27-Jährige siegte souverän vor Jordan Spieth – dem neuen Branchenführer im Golf.

„So, wie er dieses Jahr gespielt hat, ist es kein Wunder, dass er nun die Nummer eins ist“, lobte Day den 22 Jahre alten US-Amerikaner, der als zweitjüngster Golfer nach Tiger Woods (1997/21 Jahre) die Führung in der Weltrangliste übernahm und würdigende Worte zurückschickte. „Das war filmreif, eine wahre Lehrstunde“, sagte Spieth auch wegen Days Major-Rekordscore von 20 Schlägen unter Par.

Kaymer rutscht auf Rang zwölf ab

Dass Deutschlands Top-Golfer Martin Kaymer (Mettmann) beim letzten Major der Saison noch vom fünften auf den zwölften Rang abrutschte, ging im Trubel um Day und Spieth unter. „Zwei unausweichliche Dinge sind geschehen“, kommentierte Spieth-Vorgänger Rory McIlory (Nordirland) zum einen die Wachablösung im Ranking, vor allem aber Days ersten Major-Sieg.

Sechsmal hatte Day zuvor eines der großen vier Turniere unter den besten Vier beendet, besonders bitter war der dritte Rang vor zwei Jahren beim US Masters. Drei Löcher vor dem Ende hatte der Familienvater da noch geführt, ehe ihn zwei Bogeys zurückwarfen. „Damals war er extrem von sich enttäuscht“, sagte seine Frau Ellie rückblickend. „Und wenn es dieses Mal nicht geklappt hätte“, sagte Day am Sonntag, „wäre es sehr schwer geworden, noch einmal zurückzukommen.“

Jason Days Weg zum Top-Golfer war alles andere als vorgezeichnet. Nach dem frühen Krebstod seines Vaters Alvin geriet der junge Jason auf die schiefe Bahn, trank und prügelte. Dass seine Mutter später das Haus verkaufte, nur um ihrem Sohn ein professionelles Training zu ermöglichen, setzte Jason Day insgeheim auch unter Druck. Die Maßnahmen aber zahlten sich aus, mittlerweile hat er längst ausgesorgt und mehr als 23 Millionen Dollar an Preisgeld gewonnen.