Beach-Volleyball

Scheidung bei deutschen Beach-Duos

Es ist ein mittleres Erdbeben für den deutschen Beachvolleyball. Zwei der vier besten Teams haben sich ein Jahr vor Olympia getrennt. Die bisherigen Qualifikationspunkte sind verloren. Jetzt wollen Sebastian Fuchs und Stefan Windscheif gemeinsam angreifen.

Foto: Daniel Reinhardt

Berlin. Ein überraschender Umbruch bei den deutschen Beachvolleyball-Herren macht den Weg nach Rio 2016 noch härter als bisher.

Nach dem Nationalteam Alexander Walkenhorst und Stefan Windscheif (Essen) haben sich auch Sebastian Fuchs und Thomas Kaczmarek ein Jahr vor den Olympischen Spielen an der berühmten Copacabana getrennt. Das Berliner Duo war in der nationalen Rangliste die Nummer vier. Windscheif und Fuchs werden nun ein neues Team bilden und spät die Olympia-Qualifikation angehen.

"Um noch etwas zu ändern, war es der letzte Zeitpunkt", sagte der 29 Jahre alte Fuchs. Schon beim nächsten Grand Slam ab 18. August in Long Beach will der Blocker zusammen mit Windscheif in die Welttour einsteigen. "Es wird schwer, noch über die Weltrangliste Olympia zu erreichen, aber es ist möglich", bemerkte Fuchs. Da nur die Teamresultate in die Qualifikation für Rio 2016 eingehen, fangen Fuchs/Windscheif bei Null an.

"Es sind noch genug Turniere", sagte der 27 Jahre alte Windscheif. Das neue Team müsste bis Sommer 2016 unter die besten 15 der Welt kommen. Als Hintertür bleibt noch der Continental Cup, bei dem es ebenfalls einen Rio-Startplatz für Deutschland zu gewinnen gibt. Fuchs/Windscheif müssen indes in der nationalen Rangliste mindestens Rang zwei erreichen.

Laut Windscheif hätten "grundlegend unterschiedliche Ansichten" zur Trennung von Walkenhorst geführt: "Es hat einfach nicht mehr gepasst. Auch sportlich lief es nicht mehr so wie vorgestellt." Bei der WM und EM war das National-Duo bereits zeitig ausgeschieden. Das Sportliche habe letztlich auch den Ausschlag gegeben, betonte der Abwehr-Spezialist: "Alles andere hätte man irgendwie hingekriegt."

Für den 26 Jahren alten Walkenhorst ist die Trennung ein Schock. "Ich hätte nicht gedacht, dass das, was wir uns in den vergangenen anderthalb Jahren aufgebaut haben, einfach so weggeworfen wird", sagt der 2,06 Meter große Blocker bei beach-volleyball.de. Das sei keine Teamentscheidung gewesen, sondern vielleicht eine Entscheidung zwischen Windscheif und Trainer Andreas Künkler, der als Vizepräsident des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) zugleich auch verantwortlich für die Spitzen-Beachduos ist.

Die Zukunft Walkenhorsts ist offen. Der ehemalige Fuchs-Partner Kaczmarek wird am Wochenende auf der nationalen Tour in Kühlungsborn erst einmal mit Hallen-Nationalspieler Dirk Westphal antreten.

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