Vorteil Hanning: Handball-Umsturz ist gescheitert

Der große Machtkampf im Deutschen Handballbund (DHB) wird zu einem Sturm im Wasserglas. „Wir sind auf einem guten Weg, alle wünschen sich eine gemeinsame Lösung zum Wohle des Handballs“, sagte Generalsekretär Mark Schober nach der fünfstündigen Debatte des DHB-Bundesrats in Kassel. Der große Verlierer der Verbandsposse dürfte Bernhard Bauer sein: Sein angestrebtes Comeback im Präsidentenamt bei der Wahl am 26. September in Hannover ist kaum noch denkbar.

Bauers großer Widersacher Bob Hanning, Vizepräsident Leistungssport, war angespannt in die Sitzung der Delegierten gegangen. Der 47-Jährige, der als Geschäftsführer beim Bundesligisten Füchse Berlin arbeitet, stand im Mittelpunkt eines Antrags der vier größten Landesverbände (LV) auf Abwahl aller Vizepräsidenten. Nach dem Sitzungsmarathon wirkte Hanning locker und bestens gelaunt. Konstruktiv und zielgerichtet sei die Diskussion gewesen: „Unterschiedliche Auffassungen müssen ja nicht zwangsläufig zu Feindschaften führen.“

Hanning gehört nun einer siebenköpfigen Arbeitsgruppe an, die noch in dieser Woche erstmals zusammentreten und zeitnah den gemeinsamen Weg in Richtung Bundestag erarbeiten soll. Auch Hans Artschwager sitzt in diesem Kreis. Der Präsident des LV Württemberg gilt als Initiator des Antrags, der Hanning stürzen und Bauer den Weg ebnen sollte. Zwar bleibt dieser Antrag zunächst bestehen, allerdings nur deshalb, weil Artschwager in der Sitzung darum gebeten haben soll, Bauer in einem persönlichen Gespräch mitteilen zu dürfen, dass die Aktion wohl gescheitert ist.

„Wir werden nach einer einvernehmlichen Lösung suchen und einen gemeinsamen Präsidentschafts-Kandidaten für den Bundestag am 26. September präsentieren“, sagte Bundesliga-Boss Uwe Schwenker, ebenfalls sichtbar guter Laune.

Dieser Kandidat dürfte Andreas Michelmann sein, amtierender DHB-Vizepräsident Amateur- und Breitensport, den eine Findungskommission Anfang Juli ausgewählt hatte. Michelmann gehört zur Pro-Hanning-Fraktion.