Leipzig -

Kreisligist droht Ausschluss wegen Rechtsextremismus

Leipzig.  Der Landessportbund von Sachsen-Anhalt (LSB) plant ein Ausschlussverfahren gegen den Fußball-Kreisligisten FC Ostelbien Dornburg. Der Klub hat nach Erkenntnissen des Verfassungsschutzes zahlreiche rechtsextreme Mitglieder. „Wir werden da sehr intensiv arbeiten, und ich denke, dass wir nicht chancenlos sind“, sagte der LSB-Vorstandsvorsitzende Lutz Bengsch. Auch der Fußballverband Sachsen-Anhalt (FSA) will sich dafür aussprechen.

15 Dornburger Spieler seien als Rechtsextremisten bekannt, sagte Hilmar Steffen vom Landesverfassungsschutz der „Mitteldeutschen Zeitung“. Dem MDR berichtete er von „Körperverletzungen, Beleidigungen bis zu volksverhetzenden Äußerungen“. Der FSA hatte nach der Vereinsgründung 2011 versucht, dem Klub die Lizenz zu verweigern. Dieser klagte vor dem Verwaltungsgericht - mit Erfolg.

Es habe sportgerichtliche Verfahren und Sperren einzelner Spieler gegeben, berichtete der MDR. Nur sechs der 65 Kreisliga-Schiedsrichter seien bereit, in der neuen Saison Spiele des FC Ostelbien zu pfeifen, bestätigte Schiedsrichter-Obmann Dietmar Fähse. Auch mindestens vier Mannschaften wollen nicht mehr gegen Dornburg spielen, verzichten lieber auf Punkte und nehmen Geldstrafen (in der Regel hundert Euro) für das Nichtantreten in Kauf.