Berlin -

Ferrari trabt am schnellsten

Während die Favoriten patzen, wiederholt der Niederländer Bakker seinen Derby-Sieg von 2013

Berlin.  Gut 500 Meter vor dem Ziel war der Traum vom ersten rein Berliner Derby-Sieg seit 1988 ausgeträumt. Thorsten Tietz musste mit ansehen, wie sein dreijähriger Hengst Cash Hanover vom Trab in den Galopp verfiel und disqualifiziert wurde. Das gleiche Missgeschick war zuvor den Mitfavoriten Nikkei und Heinz Wewering, Flashback mit Vorjahressieger Arnold J. Mollema und Halva von Haithabu mit Thomas Panschow widerfahren. Lachender Fünfter in diesem Fall war Robin Bakker. Bereits 2013 mit Tiger Woods im wichtigsten Rennen des Jahres erfolgreich, triumphierte der Niederländer – im Ziel mit den Tränen kämpfend – diesmal mit Ferrari Kievitshof.

„Ein Derby-Sieg ist das schönste Ergebnis auf der Welt. Damit werden alle, die ganze Mannschaft, belohnt für die viele Arbeit im Jahr“, ließ Bakker seinen Gefühlen freien Lauf. Dann gab es den großen Siegerpokal von Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller (der seine Ehefrau Claudia auf der Trabrennbahn Mariendorf kennengelernt hat) und jede Menge Fotos, Schulterklopfer und Umarmungen. Und nicht zu verachtende 107.000 Euro Preisgeld. Genug für einen richtigen Ferrari?

„Meinen Ferrari zu fahren, macht noch mehr Spaß“, ließ Bakker später keinen Zweifel an seinen Prioritäten aufkommen. Und sein Siegesrezept? „Ich habe von Beginn an die Spitze genommen. Vorn hast du am wenigsten Trubel. Ich habe mich dann im Rennen zwei- oder dreimal umgedreht, aber es kam niemand“, strahlte der 32-Jährige.

Hinter Bakker machte sein Landsmann Jesse ter Borgh im Sulky von Außenseiter Friendship Newport für einen niederländischen Doppelerfolg perfekt. Wenigstens Rang drei war dann eine Berliner Angelegenheit, denn Raffaelo Diamant (gefahren von Michael Nimczyk) ist im Besitz von Bahn-Eigentümer Ulrich Mommert.

Thorsten Tietz, mit Cash Hanover in diesem Jahr Sieger im Adbell-Toddington- und im Buddenbrock-Rennen, war sichtlich enttäuscht, obwohl der 37-Jährige im Vorfeld immer wieder die alleinige Favoritenbürde abgelehnt hatte. „Das ist halt Sport mit einem Lebewesen. Cash Hanover hat in diesem Jahr schon so viel geleistet, da kann es eben mal einen Fehler geben. Natürlich ist es bitter, wenn das im Derby passiert“, nahm der Lokalmatador sein Pech dann relativ gelassen hin.

Am Sonnabend hatte Ex-Champion Roland Hülskath mit Indira Bo das mit knapp 100.000 Euro dotierte Stuten-Derby gewonnen. Nach 2011 und 2013 war es für Hülskath der dritte Sieg im Stutenderby – vor dem Berliner Gespann Flori Dragon mit Maik Esper.

Positive Tendenz

Für Andreas Haase hat die Derby-Woche 2015 wie auch schon 2014 einen leichten Aufwärtstrend bestätigt. 13.000 Zuschauer am Finaltag konnten sich sehen lassen. „Ob wir den erhofften Wettumsatz von rund 2,4 Millionen Euro erreicht haben, werden wir in den nächsten Tagen sehen. Auf jeden Fall hat die neue Bahn ihre Bewährungsprobe glänzend bestanden“, so der Mariendorf-Geschäftsführer.