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Paul Biedermann schwimmt bei der WM noch hinterher

Der Hallenser verpasst mit der Staffel das Finale in Kasan

Nach dem ersten Rennen bei seiner letzten Weltmeisterschaft wollte Paul Biedermann ganz schnell weg. „Das war erst mal im Rahmen“, sagte der Schwimmstar nach dem Vorlauf-Aus mit der 4x100-Meter-Freistilstaffel im Kasaner Fußballstadion einsilbig: „Das Minimalziel haben wir geschafft.“ Für Olympia in Rio qualifizierte sich das Quartett, doch der Weltrekordler enttäuschte.

Biedermann blieb einen Tag vor seinem Start als Mitfavorit über 200 Meeter als Schlussschwimmer in 49,23 Sekunden weit über seiner Bestzeit und brachte Bundestrainer Henning Lambertz ins Grübeln. „Wir müssen hoffen, dass bei Paul mehr geht“, sagte der Chefcoach nach Platz elf der Staffel: „Das kann es nicht gewesen sein.“

Florian Vogel zahlt Lehrgeld

Biedermann saß schon in seinem Hotelzimmer, als Alexandra Wenk für einen Lichtblick sorgte. Die Münchnerin zog mit deutschem Rekord ins Finale über 100 Meter Schmetterling ein. „Heute ist der glücklichste Tag in meinem Leben“, sagte die 20-Jährige, die als Halbfinalsiebte in 57,77 Sekunden die sechs Jahre alte Bestmarke von Annika Mehlhorn um 13 Hundertstel verbesserte. Im zweiten Halbfinale schwamm die schwedische Titelverteidigerin Sarah Sjöström (55,74) den ersten Weltrekord der WM.

Auch Hendrik Feldwehr und Christian vom Lehn glänzten mit Bestzeiten über 100 Meter Brust. Feldwehr war als Sechster in 59,63 Sekunden so schnell wie nie ohne Hightech-Anzug und steht im Endlauf. Sein Essener Vereinskollege vom Lehn blieb erstmals unter einer Minute und geht trotz des Halbfinal-Aus als Zehnter optimistisch auf seine Paradestrecke über 200 Meter am Donnerstag: „Das war ein gutes Zeichen.“

Staffel-Europameister Clemens Rapp schwamm mit persönlicher Bestzeit in den Endlauf über 400 Meter Freistil und kam beim Sieg des chinesischen Olympiasiegers Sun Yang auf Rang sieben. Lehrgeld zahlte dagegen Florian Vogel. Der 20-jährige Münchner ging sein erstes WM-Rennen zu forsch an und verpasste den Endlauf um 15 Hundertstelsekunden. „Ich bin auf der letzten Bahn geplatzt“, gab er zu.

Eine weitere Enttäuschung bedeutete das Scheitern der 4x100-Meter-Freistilstaffel der Frauen. Das Quartett um die erst in der Nacht eingeflogene Sprintspezialistin Dorothea Brandt landete auf Rang 13, die ersten Zwölf lösten das Rio-Ticket. Allerdings werden noch vier weitere Olympiaplätze über die Weltrangliste vergeben.