Krankheit

Sohn von Franz Beckenbauer gestorben

Im Alter von nur 46 Jahren ist der Sohn von Franz Beckenbauer, Stephan, gestorben. Er litt an einer schweren Krankheit.

Stephan Beckenbauer ist im Alter von 46 Jahren gestorben

Stephan Beckenbauer ist im Alter von 46 Jahren gestorben

Foto: Picture Alliance / Pressefoto Ulmer / Claus Crämer

Stephan Beckenbauer hat lange gebraucht, bis er sich von der schweren Last befreien konnte. Die Last dieses großen Namens: Beckenbauer. Wenn man einen Vater hat, der zu einer Lichtgestalt wurde, den so gut wie jeder im Land kennt, wird man als Sohn immer mit ihm verglichen, an ihm gemessen. Ein Vergleich, den der Junior nur verlieren kann.

Viele, denen es so geht, vermeiden es deshalb, in die sogenannten Fußstapfen des Übervaters zu treten. Sie suchen sich ein ganz anderes Betätigungsfeld, einen ganz anderen Beruf. Aber Stefan Beckenbauer wollte „immer nur Fußball spielen“. Wie sein Vater Franz eben, einen der besten Fußballer, die es auf der Welt jemals gegeben hat.

Jetzt ist Stephan Beckenbauer in der Nacht zum Sonnabend nach langer, schwerer Krankheit im Alter von nur 46 Jahren gestorben. Laut Medienberichten soll er unter einem Gehirntumor gelitten haben. Er hinterlässt Frau und drei Söhne.

Eine Art Befreiung war es für Beckenbauer junior, als er 1997 seine aktive Fußballerkarriere beendete. Auch wenn der Anlass – eine schwere Knieverletzung – ein eher trauriger war. Er wurde Trainer: Endlich war die Zeit vorbei, als alle immer auf diesen Beckenbauer-Sohn gestarrt hatten. Die einen in Erwartung, dass er auf dem Feld ebenso brillant mit dem Ball würde umgehen können wie der von allen bewunderte „Kaiser“. Oder aber andere, um sich über ihn lustig zu machen, weil er vom Können des Vaters meilenweit entfernt war. „Diesem Vergleich standzuhalten, war unmöglich, er war einfach zu gut“, sagte er einmal der „Süddeutschen Zeitung“.

Zwar stand er zwischen 1986 und 1988 im Profikader des FC Bayern, dort wo sein heute 69 Jahre alter Vater verwurzelt ist wie kein Zweiter. Doch zu einem Einsatz reichte es nicht. Weitere Stationen: 1860 München (Bayernliga), Kickers Offenbach (Oberliga) und 1. FC Saarbrücken, für den er sogar in der Bundesliga zu zwölf Einsätzen kam.

Als Trainer arbeitete Stephan Beckenbauer bis zu seiner Krankheit sehr erfolgreich im Nachwuchsbereich bei den Bayern: In der U17 gingen Weltklasse-Spieler wie Bastian Schweinsteiger, Thomas Müller und Mats Hummels durch seine Hände.