Seattle –

Schweinsteiger stichelt gegen Bayern München

Seattle –. Bastian Schweinsteigers Sätze aus dem fernen Amerika klingen ein wenig nach enttäuschter Liebe. „Bayern München ist ein großer Klub, aber Manchester United ist größer“, sagte der Kapitän der deutschen Fußball-Nationalmannschaft nicht einmal eine Woche nach seinem Abschied von seinem langjährigen Herzensverein FC Bayern. Nach 17 Jahren und 18 großen Vereinstiteln mit den Münchnern ist der Mittelfeldstar anscheinend ganz schnell bei seinem neuen Arbeitgeber angekommen, mit dem er derzeit durch die USA tourt.

Sein letzter Bayern-Coach Pep Guardiola reagierte im fernen Peking verwundert auf Schweinsteigers Urteil. „Oh, hat er das gesagt?“, sagte Guardiola am Freitag am Rande der Werbereise des deutschen Rekordmeisters durch China. Mehr mochte Guardiola nicht sagen. Dass Schweinsteiger unter dem Regiment des Katalanen in München nicht mehr mit einem Stammplatz rechnen konnte, gilt als ein möglicher Grund für seinen Wechsel auf die Insel.

Widerspruch gegen Beckenbauer

Auf seiner ersten Dienstreise mit United aber schwärmt der 30-Jährige schon von der Bedeutung seines neuen Vereins. „Das ist der größte Klub der Welt. United ist beliebter in der Welt. Es gibt einen Unterschied, den konnte ich erkennen“, zitierten britische Medien Schweinsteiger am Freitag. „Als wir in China waren, kannten die Leute uns, aber in Amerika waren die Bayern nicht so eine Nummer“, fügte er in Seattle hinzu. Bayern-Kapitän Philipp Lahm konterte aus 8690 Kilometer Entfernung: „Ich kenne Manchester nicht. Ich weiß nicht, was größer ist. In der jüngeren Vergangenheit war Bayern meistens vorne.“ Tatsächlich ist United derzeit vom alten Glanz weit entfernt, seit zwei Jahren gelang dem englischen Rekordchampion kein Titelgewinn mehr.

Das will Schweinsteiger ändern. „Ich kann keine Titel garantieren, aber ich garantiere, dass wir alles tun werden, um in dieser Saison erfolgreich zu sein“, sagte er und widersprach Franz Beckenbauers Zweifeln an seiner Fitness. „Ich weiß ja nicht, wann Beckenbauer nach Amerika gewechselt ist. Ich bin 30, es ist eine Herausforderung für mich, aber ich fühle mich sehr gut“, sagte Schweinsteiger. Beckenbauer hatte erklärt, ein Wechsel in die nordamerikanische Profiliga MLS wäre sinnvoller gewesen. „Ich finde es sehr mutig, in diesem Alter noch einen derartigen Schritt zu tun“, sagte Beckenbauer.