Nürburgring –

Zwangspause trifft deutsche Fahrer in der Formel 1 hart

Eventuell 2016 wieder ein Rennen am Hockenheimring

Nürburgring –.  Ab 27 Euro ist das Formel-1-Feeling an diesem Wochenende auf dem Nürburgring zu haben. Die legendäre Grand-Prix-Strecke in der Eifel öffnet am Sonnabend von 8 Uhr bis 20 Uhr ihre Tore und lädt zu „Touristenfahrten“ auf „adrenalingetränktem Asphalt“ ein. Motorsportfans können sich auf den 5,14 Kilometern fühlen wie Ferrari-Fahrer Sebastian Vettel und Co. – weil die Stars am Lenker unfreiwillig frei haben.

„Das ist schade. Der Grand Prix von Deutschland ist immer ein Highlight in der Saison“, sagte Mercedes-Pilot Nico Rosberg. Doch diesmal fällt der eigentlich für dieses Wochenende geplante PS-Showdown auf dem Nürburgring wegen finanzieller Probleme aus. Weil die Ausrichter zuletzt immer wieder Verluste einfuhren, war Nürburgring-Geschäftsführer Carsten Schumacher nicht mehr bereit, die von Bernie Ecclestone aufgerufene Antrittsgage in zweistelliger Millionenhöhe an den Chefpromoter der Königsklasse zu überweisen.

„Wir konnten aus wirtschaftlichen Gründen das Risiko nicht eingehen, die finanziellen Forderungen von Herrn Ecclestone zu akzeptieren“, sagte Schumacher. Daher macht die Formel 1 erstmals seit 55 Jahren nicht Station im Land von Rekordweltmeister Michael Schumacher und des Traditionsrennstalls Mercedes.

Besonders die deutschen Piloten trifft die Absage hart. „Gefühlt war es schon immer dabei und jedes Jahr als feste Station eingeplant. Dass es jetzt wegfällt, ist sehr schade“, sagte Vierfach-Champion Vettel unlängst: „Gerade als deutscher Fahrer ist es schön, wenn man einen Heim-Grand-Prix genießen kann.“ Und Rosberg meinte: „Das ist sehr enttäuschend für alle, aber es ist nur ein Pause. Das ist auch wichtig. Der Grand Prix von Deutschland ist legendär in der Formel-1-WM. Das Rennen muss dabei sein.“

Minus von 2,5 Millionen Euro

2016 ist das Rennen auf dem Hockenheimring für den 31. Juli geplant. Doch die mittel- bis langfristige Zukunft der Rennen in Deutschland liegt in den Sternen. Auch der Hockenheimring machte aufgrund des geringen Interesses mit dem Rennen 2014 ein Minus von 2,5 Millionen Euro. Die Formel 1 gibt es in Deutschland nicht mehr um jeden Preis.

In fast allen europäischen Kernländern der Formel 1 steckt der PS-Zirkus in der Krise. Der Grand Prix von Frankreich wurde schon vor Jahren gestrichen, für 2016 wackelt mit Monza ein weiteres Traditionsrennen aus finanziellen Gründen. Auch der belgische Grand Prix in Spa steht immer wieder einmal auf der Kippe. Nur in totalitär geführten Ländern wie Bahrain oder Abu Dhabi klingelt noch die Kasse. Die Machthaber dort lassen sich die Imagepolitur bis zu 40 Millionen Dollar kosten. Im nächsten Jahr drehen Vettel und Co. erstmals in Aserbaidschan ihre Runden.