Finanzen

Hertha BSC verhandelt mit neuem Investor

Hertha will weitere Aktien-Anteile verkaufen. Der Verein hofft, mit einem zweiten Investor einen höheren Preis zu erzielen.

Hertha-Präsident Werner Gegenbauer

Hertha-Präsident Werner Gegenbauer

Foto: Oliver Mehlis / dpa

Profifußball ist teuer, Erfolg im Profifußball ist noch teurer. Getreu dieser Devise versucht Hertha BSC seine finanzielle Basis weiter zu verbessern. „Mit dem Einstieg von Investor KKR haben wir die Probleme der Vergangenheit bewältigt“, sagte Werner Gegenbauer, der Präsident von Hertha BSC in der RBB-Sendung "Thadeusz". „Wir arbeiten jetzt daran, einen weiteren Investor zu bekommen, um die Möglichkeit zu haben, dann den nächsten Sprung zu machen. Sie bekommen es im Fußball nicht ohne Geld hin.“

Das ist eine interessante Entwicklung. Im Februar 2014 war der Finanzinvestor Kohlberg Kravis Roberts (KKR) aus New York beim Fußball-Bundesligisten eingestiegen. Das Private Equity-Unternehmen aus New York hatte 61,2 Millionen Euro in den Hauptstadt-Klub gepumpt und unter anderem 9,7 Prozent der Anteile erworben.

"Keinen Cent in die Mannschaft gesteckt"

Von dieser Summe „hat Hertha keinen Cent in die Mannschaft gesteckt“, sagt eine mit der Angelegenheit vertraute Person der Berliner Morgenpost. Der über Jahre von heftigen finanziellen Probleme geplagte Klub hat seine Finanzen umstrukturiert und unter anderem seine zinstragenden Verbindlichkeiten von 34 Millionen Euro zum 30. Juni dieses Jahres auf null Euro abgetragen.

Präsident Gegenbauer bestätigte nun erstmals offiziell, dass Hertha weitere Aktien-Anteile verkaufen will. Im Gegenzug erhofft der Verein, mit einem zweiten Investor einen höheren Preis für die Anteile zu erzielen als beim Einstieg von KKR vor 16 Monaten. KKR hatte im Februar 2014 für knapp zehn Prozent bei Hertha 18 Millionen Euro überwiesen.

Hertha rechnet auf eine Steigerung wegen der anhaltend wachsenden Bedeutung der Bundesliga sowohl national wie international und auf weiter steigenden Beträge für TV- und Medien-Rechte sowie auf den Faktor Boomtown Berlin.

Hertha hofft auf eine Einnahme im deutlich zweistelligen Millionen-Bereich. Nicht in die Karten schauen lassen sich die Verantwortlichen, ob und wie rasch es mit einem interessierten Investor zu einer Einigung kommen wird. Zur Einordnung: Die Blau-Weißen planen die Bundesliga-Saison 2015/16 mit einem Etat von 78,8 Millionen Euro.

Mehrere Anteilseigener zu haben wäre kein Novum in der Bundesliga. So hat der FC Bayern Anteile verkauft an Adidas, die Allianz, Audi und die Telekom. Laut Statuten der Deutschen Fußball-Liga dürfen Investoren (in der Regel) keine Mehrheiten an Profiklubs erwerben. Um Fremdbestimmung zu vermeiden, sollen die Vereine mindestens 50 Prozent plus eine Stimme halten.