Tour de France

Greipel hat nun sogar mehr Siege als Jan Ullrich

Der Rostocker Sprinter feierte bei der Tour de France bereits seinen achten Tagessieg. Zudem behauptete er erneut das Grüne Trikot.

Andre Greipel fährt weiter im Grünen Trikot

Andre Greipel fährt weiter im Grünen Trikot

Foto: AP

Amiens –. André Greipel hatte seine Gegner im Vorfeld der 102. Tour de France eindringlich gewarnt. Mit Kapuzenpullover bekleidet, das Mikrofon vor einer dunklen Kulisse lässig in der rechten Hand haltend, reimte der deutsche Radprofi sein Selbstverständnis im Stile eines Gangsta-Rappers in Richtung Konkurrenz. „Der Gorilla kommt“, heißt es in dem nicht ganz ernst gemeinten Clip im Netz, und: „Sprinter Nummer eins.“

Nach dem zweiten Sieg im zweiten Massensprint auf der fünften Etappe kann der gebürtige Rostocker das völlig zu Recht von sich behaupten. „Ich bin so stolz auf das, was ich in meiner Karriere geschafft habe“, sagte Greipel nach seinem insgesamt achten Tour-Tageserfolg bei seiner fünften Teilnahme. Damit hat er sogar den einzigen deutschen Tour-Gesamtsieger Jan Ullrich in dieser Wertung überholt. Greipel behauptete so auch das Grüne Trikot, das er am Sonntag erstmals erobert hatte, von seiner Equipe hatte er dafür ein Rennrad mit Sonderlackierung erhalten. Und dass Ehefrau Kristina die Tour-Erfolge ihres Gatten erstmals vor Ort bejubelt, machte das Glück des Familienmenschen Greipel vollends perfekt.

In den vergangenen beiden Jahren stand Greipel stets im Schatten des Shooting-Stars Marcel Kittel (acht Etappensiege) gestanden, seine zwei Tageserfolge gerieten zur Randnotiz. Zu Unrecht, denn das Kraftpaket ist ein Muster an Konstanz, seit 2008 hat er immer mindestens eine Etappe bei einer großen Rundfahrt gewonnen. In der laufenden Saison kommt Greipel bereits auf elf Siege für sein belgisches Team Lotto Soudal. Am Dienstag setzte sich der 32-Jährige wieder wuchtig gegen Peter Sagan (Slowakei/Tinkoff-Saxo) und den Briten Mark Cavendish (Großbritannien/Etixx-Quick Step) durch. „300 Meter vor dem Ziel dachte ich, es ist vorbei. Dann ging aber die Lücke auf und ich habe durchgezogen“, sagte Greipel, der nach einem Tag voller Regen und Wind besonders seinem Edelhelfer und Freund Marcel Sieberg dankte: „Er hat die Arbeit für drei, vier Mann gemacht.“ Im Ziel lobte dann sogar der Gesamtführende Tony Martin seinen Landsmann: „Glückwunsch an André, stark gemacht.“ Diese 102. Tour de France ist jetzt fest in deutscher Hand.