London –

Djokovic macht Trainer Becker zum Jubiläum froh

Serbe erreicht am 30. Jahrestag seines Coaches das Viertelfinale

London –. Novak Djokovic schimpfte und fluchte, theatralisch streckte er die Arme in den wolkenverhangenen Himmel über Wimbledon. Djokovic ließ die Fans an seinem Leid teilhaben und triumphierte dennoch – wie einst sein Trainer Boris Becker, dem er nach einer zweitägigen Zitterpartie einen Sieg zum 30. Jahrestag seiner Sternstunde in Wimbledon schenkte.

„Ich wusste gar nicht, dass es heute so weit ist, aber wir werden etwas zusammen trinken, er ein Glas Wein, ich ein Glas Wasser, um diesen Meilenstein zu feiern“, scherzte Djokovic.

Gegen den Südafrikaner Kevin Anderson gewann der Serbe 6:7 (6:8), 6:7 (6:8), 6:1, 6:4, 7:5 und zog zum 25. Mal in Serie in ein Grand-Slam-Viertelfinale ein. Am 7. Juli 1985 hatte Becker im Alter von 17 Jahren mit einem Sieg über den Südafrikaner Kevin Curren seinen ersten von insgesamt drei Titeln beim bedeutendsten Tennisturnier der Welt geholt.

„Das war vielleicht eines der schwierigsten Matches in Wimbledon in meiner Karriere“, sagte Djokovic nach 3:48 nervenaufreibenden Stunden Spielzeit.

40 Asse gelangen dem 2,03 m großen Anderson, der nach der 2:0-Satzführung sein erstes Viertelfinale bei einem Grand Slam und die Sensation bereits vor Augen hatte. Der Titelverteidiger rettete sich jedoch in den entscheidenden Durchgang und die nächtliche Pause. Auch bei der Fortsetzung am Dienstag bewies er mentale Stärke. Am Mittwoch trifft Djokovic auf den Kroaten Marin Cilic.

Scharapowa gegen Williams

Bei den Frauen kommt es zum Halbfinal-Duell zwischen der Weltranglisten-Ersten Serena Williams und der früheren Nummer eins Maria Scharapowa. Die 33 Jahre alte Williams setzte sich am Dienstag gegen die Weißrussin Victoria Asarenka mit 3:6, 6:2, 6:3 durch. Scharapowa gewann gegen Coco Vandeweghe aus den USA 6:3, 6:7 (3:7), 6:2. Die 28 Jahre alte Russin erreichte zum 20. Mal das Halbfinale eines Grand-Slam-Tennisturniers. Zum ersten Mal steht die Spanierin Garbiñe Muguruza bei einem der vier wichtigsten Turniere unter den besten Vier. Die 21-Jährige schlug Timea Bacsinszky aus der Schweiz 7:5, 6:3 und bekommt es am Donnerstag mit der Polin Agnieszka Radwanska zu tun. Muguruza ist jetzt die erste Spanierin im Wimbledon-Halbfinale seit Arantxa Sanchez-Vicario im Jahr 1997. Radwanska besiegte Madison Keys aus den USA 7:6 (7:3), 3:6, 6:3.