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Am 8. Juli 1990: "Pfadfindertruppe" gewinnt unter dem Kaiser dritten WM-Titel für Deutschland

Magisch „Un’estate italiana“: Ein wundervoller italienischer Sommer, wie in der WM-Hymne 1990 von Edoardo Bennato und Gianna Nannini besungen, endete für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft am 8. Juli 1990 auf dem Siegerpodest. Wenn sich der damalige Teamchef Franz Beckenbauer, sein Kapitän Lothar Matthäus, Finalheld Andreas Brehme und Co. am Mittwoch im damaligen Vorbereitungs-Quartier Hotel Seeleiten am Kalterer See zur Jubiläumsfeier treffen, wird vor allem auf die magische Nacht von Rom angestoßen.

Dritter Stern Nach dem 1:0-Finalsieg gegen Argentinien durch das späte Elfmetertor von Brehme hatte auch der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl in den Katakomben des Olympiastadions mit den deutschen Helden gefeiert, die kurz vor der Wiedervereinigung nach 1954 und 1974 den dritten Stern für den Deutschen Fußball-Bund (DFB) gewonnen hatten. Auch Zehntausende Fans aus der DDR waren gut ein halbes Jahr nach dem Mauerfall nach Italien gepilgert.

Einsam Nach dem schwarz-rot-goldenen Triumph gegen das Team um Superstar Diego Maradona gingen die Bilder um die Welt, wie Beckenbauer zunächst die Einsamkeit suchte. Deutschlands Fußball-Kaiser, als Kapitän des deutschen Teams bereits 1974 Weltmeister, wandelte wie in Trance alleine über den Rasen, die Hände in den Hosentaschen versteckt. Dieses Bild des im Mondschein einsam sinnierenden Teamchefs wird in diesen Tagen wieder aus den Archiven gekramt, schließlich sagt es mehr als tausend Worte.

Irrtum „Geht's raus und spielt's Fußball", hatte er den Kickern vor dem Endspiel mit dem auf dem Weg gegeben. „Wir Spieler haben Franz alles geglaubt“, sagt Matthäus heute. „Wir sind jetzt die Nummer eins in der Welt. Wir werden über Jahre hinaus nicht zu besiegen sein“, meinte Beckenbauer damals im Siegestaumel. Eine krasse Fehleinschätzung vom „Kaiser“.