Sport

Lisicki und alle anderen Deutschen raus

Brown tröstet sich mit höchster Prämie der Karriere

London – Es wäre eigentlich ihr Moment gewesen, einer dieser Sabine Lisicki-Momente. Alle Deutschen waren schon ausgeschieden an diesem Samstag, erst Überraschungsmann Dustin Brown, dann Nummer 1-Spielerin Angelique Kerber, dann auch noch die junge Tennismutter Tatjana Maria. Die Bühne war ganz frei für Lisicki. Doch dann war erschreckend schnell und gründlich auch alles vorbei für die Finalistin des Jahres 2013, die bei der 3:6, 2:6-Pleite gegen die Schweizerin Timea Bacsinszky schlicht überfordert wirkte.

Damit ist erstmals seit 2006 kein deutscher Profi mehr in der zweiten Turnierwoche vertreten. „Ich weiß selbst nicht, warum ich keine Selbstsicherheit hatte. Ich kann es mir nicht erklären“, sagte Lisicki, „die Enttäuschung ist schon groß.“ Ohne Rhythmus, ohne Zutrauen spielte die 26-jährige Berlinerin. Nach nur 68 Minuten war alles vorbei. „Das ist ein insgesamt frustrierender Tag. Das ist nicht der Anspruch, den die Spielerinnen haben“, sagte Bundestrainerin Barbara Rittner.

Lisickis früher Abschied war der fatale deutsche Schluss-Punkt an diesem Sonnabend, an dem auch das Gastspiel von Dustin Brown beendet wurde: 48 Stunden nach der Sensationsshow gegen Rafael Nadal verlor der Winsener mit 4:6, 6:7 (3:7), 6:4 und 3:6 gegen den Serben Viktor Troicki und erlitt damit das gleiche Schicksal wie die drei anderen Kollegen, die Nadal in den letzten Jahren gestürzt hatten (Lukas Rosol, Steve Darcis, Nick Kyrgios) - nämlich kein weiteres Spiel mehr zu gewinnen. „Ich habe gegen einen großartigen Gegner verloren. Natürlich bin ich enttäuscht, aber zugleich auch glücklich, was ich hier geschafft habe“, sagte Brown. Und weiter: „Ich nehme jetzt das erstbeste Flugzeug und jette nach Köln, um am Sonntag für Rot-Weiß zu spielen“, sagte Brown. Immerhin kann er sich mit 108.000 Euro Preisgeld trösten, der höchsten Börse seiner Karriere.

Von Tennis wollte seine Landsfrau Angelique Kerber erst mal nichts mehr hören und sehen, nach einem Albtraum der verpassten Chancen bei der 6:7 (12:14), 6:1, 2:6-Niederlage gegen die Spanierin Garbine Muguruza: „Ich mache jetzt mindestens eine Woche frei, muss abschalten von allem“, sagte die Kielerin. Und kurz nach Kerbers Knockout dann auch noch für Tennismama Tatjana Maria: Erstmals in ihrer Karriere in der dritten Grand-Slam-Runde gelandet, verlor sie gegen die Amerikanerin Madison Keys mit 4:6 und 4:6.