Berlin

BHC-Herren profitieren von Swiateks Hang zum Risiko

Meisterschafts-Endrunde dank vieler Verteidigertore greifbar

Berlin.  Benedikt Swiatek hat in diesem Jahr schon einige Enttäuschungen erlebt. Erst verpasste er mit dem Berliner Hockey-Club (BHC) die Hallen-Endrunde in der heimischen Schmeling-Halle, kurz darauf wird als letzter Spieler aus dem Kader für die Hallenweltmeisterschaften in Leipzig gestrichen. Am Wochenende soll das Glück nun endlich einmal auf Swiateks Seite stehen: In den beiden Partien gegen den Club an der Alster (Sonnabend, 14 Uhr) und tags darauf gegen den UHC Hamburg (Sonntag, 12 Uhr, jeweils Ernst-Reuter-Sportanlage) geht es für den BHC um die Qualifikation für die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft Anfang Juli in Hamburg.

Die Chancen stehen nicht schlecht: Vor den letzten beiden Spieltagen der regulären Saison belegen die Berliner Rang vier – das würde reichen. Die Konkurrenz aus Krefeld und Mülheim lauert nur einen beziehungsweise zwei Punkte dahinter, muss aber im Gegensatz zum BHC zweimal auswärts antreten. „Wir haben es selbst in der Hand“, sagt Benedikt Swiatek. „Wenn wir beide Spiele gewinnen, sind wir nicht mehr aus den Top Vier zu verdrängen.“ Lokalrivale Blau-Weiß, derzeit Vorletzter, kämpft parallel um den Klassenerhalt.

Zehn Treffer hat Benedikt Swiatek in der laufenden Feldsaison erzielt, die meisten davon nach Strafecken. Zusammen mit Anton Ebeling und Jonas Gomoll ist der 21-Jährige damit der erfolgreichste Torschütze des Hauptstadtklubs – und das als Abwehrspieler. „So viele Tore habe ich in der Bundesliga noch nie geschossen“, sagt Swiatek. Er profitiert davon, dass es im System des neuen Trainers Matthew Hetherington keine starren Positionen mehr gibt. „Ich möchte, dass jeder Spieler die grundlegenden Techniken beherrscht, egal ob offensiv oder defensiv“, erklärte Hetherington zu Saisonbeginn. Über Swiatek sagt er: „Seine größten Stärken sind die Ballbeherrschung und das Spiel eins gegen eins.“ Dabei geht der BHC-Verteidiger gelegentlich ein ziemliches Risiko ein. „Er ist kein Freund des einfachen Passes“, so Hetherington. Darauf angesprochen, lacht Benedikt Swiatek: „Wenn der Trainer das sagt, dann muss es wohl stimmen“, sagt er.

Seine Torausbeute ist auch deshalb bemerkenswert, weil der Hockeyspieler beruflich sehr eingespannt ist. Swiatek absolviert seine Ausbildung in einem Berliner Hotel. Oft muss er abends arbeiten und steht dann morgens allein auf dem Sportplatz. Trotzdem hat er sich zum Leistungsträger entwickelt. Darauf setzte der BHC bei seiner Verjüngungskur, denn nur so konnte man sich in der Spitzengruppe der Bundesliga festsetzen. In der Rückrunde ging die Leichtigkeit zwar etwas verloren, doch das große Ziel DM-Endrunde ist für die Zehlendorfer zum Greifen nahe. „Wenn wir uns erst einmal für die Endrunde qualifiziert haben, dann ist alles drin“, sagt Swiatek. Sogar der deutsche Meistertitel: „Dann entscheidet nur noch die Tagesform.“