Basketball

Dirk Nowitzki hat völlig umsonst auf zehn Millionen Dollar verzichtet

Nach dem Aus mit den Dallas Mavericks aus den NBA-Playoffs richtet sich der Blick des deutschen Superstars nun nach Berlin. Das frühe Ausscheiden könnte ein Vorteil für die Nationalmannschaft sein.

Foto: Larry W. Smith / dpa

Dirk Nowitzki trug das frühe Scheitern im Titelkampf in der National Basketball Association (NBA) mit Fassung. Bereits in den Schlusssekunden der fünften Partie gegen die Houston Rockets in der ersten Play-off-Runde (best of seven) erhob sich der 36-Jährige als Erster von der Bank seiner Dallas Mavericks und gratulierte fair dem Gegner.

Nach dem 94:103 am Dienstagabend geht es für Nowitzki auch im vierten Jahr nach dem NBA-Titelgewinn viel früher als gewünscht in die Sommerpause. „Es ist natürlich enttäuschend“, sagte der Würzburger.

Für die Mavs und den ehrgeizigen Besitzer Mark Cuban bedeutet das insgesamt siebte Erstrunden-Aus der Klubhistorie damit den ultimativen Tiefschlag, für den Deutschen Basketball-Bund (DBB) könnte das frühzeitige Scheitern ein Segen sein. Schließlich steigt dadurch die Chance, dass Nowitzki im Spätsommer bei der EM mit der Vorrunde in Berlin sein Comeback im Nationalteam gibt.

Nowitzki, der zuletzt 2011 für Deutschland spielte, hatte eine definitive Zusage stets vom Verlauf der NBA-Saison abhängig gemacht. Wären die Mavs in der K.o.-Runde weit gekommen, hätte das Nowitzki danach kaum Zeit zur Regeneration gegeben. So aber bleiben dem jungen Vater mehr als vier Monate bis zum EM-Auftakt gegen Island am 5. September.

Lange Sommerpause nach holpriger Saison

Der Verband will sein Aushängeschild nun aber nicht gleich unter Druck setzen. „Nach so einem Ausscheiden braucht man erst einmal ein paar Tage, um den Frust zu verarbeiten“, sagte Bundestrainer Chris Fleming.

Danach werde man in aller Ruhe gemeinsam mit Nowitzki eine Entscheidung treffen. Er habe sich noch nicht entschieden, sagte Nowitzki am Mittwoch in Dallas bei einer Gesprächsrunde.

Dass es für Nowitzki wieder eine lange Sommerpause werden würde, hatte sich im Laufe der holprigen Saison abgezeichnet. Immer wieder wurden die Texaner von Verletzungen zurückgeworfen. Zudem schaffte es Coach Rick Carlisle nie, eine geschworene Gemeinschaft aus einem Team zu formen.

Vor allem der mit großen Hoffnungen nachverpflichtete Aufbauspieler Rajon Rondo entpuppte sich als Missverständnis und wurde von Carlisle während der Achtelfinal-Serie gegen Houston sogar komplett ausgebootet. „Manchmal klappt ein Deal, manchmal ist es ein Glücksspiel und manchmal geht es schief“, sagte Nowitzki.

„Nicht mal mit GPS getroffen“

Dabei hatte Nowitzki bei der Vertragsverlängerung im Sommer um drei Jahre auf jährlich gut zehn Millionen Dollar Gehalt verzichtet, damit Dallas mehr in gute Mitspieler investieren und im Spätherbst seiner Karriere noch mal um den Titel spielen kann. Dieser Plan ist im ersten Jahr nun grandios gescheitert.

Aber auch Nowitzki selbst konnte dieses Mal nicht entscheidend zum Erfolg beitragen. Zwar kam er im letzten Spiel auf 22 Punkte und 14 Rebounds, traf aber nur schwache acht seiner 23 Versuche aus dem Feld und verfehlte alle sechs Dreipunktversuche.

„Nowitzki, Held so vieler Play-off-Spiele in seiner historischen Karriere, hätte den Korb in der ersten Halbzeit nicht mal mit einem GPS gefunden“, kommentierten die „Dallas Morning News“.