Ömer Toprak

Eine Pistole ist schuld, dass er nicht für die Türkei spielt

Der Leverkusener Innenverteidiger fühlte sich bedroht, als Mitspieler Gökhan Töre und ein Begleiter im Mannschaftshotel auftauchten. Die Reaktion von Trainer Fatih Terim verwundert ihn bis heute.

Foto: Andres Kudacki / AP

Für Bayer Leverkusens Innenverteidiger Ömer Toprak ist die „Pistolen-Affäre“ in der türkischen Nationalmannschaft nicht erledigt. „So eine Sache ist nicht mit einer kleinen einmaligen Entschuldigung aus der Welt zu schaffen“, sagte der 25 Jahre alte Fußball-Profi der „Süddeutschen Zeitung“. „Töre hat mit meiner Karriere und meinem Leben gespielt.“ Eine Einladung zu den Länderspielen der Türkei in dieser Woche in den Niederlanden und in Luxemburg nahm der Bundesligaspieler nicht an.

Nach dem WM-Qualifikationsspiel im Oktober 2013 gegen die Niederlande waren Toprak und sein heutiger Bayer-Teamkollege Hakan Calhanoglu vom türkischen Nationalspieler Gökhan Töre sowie einem Begleiter im Mannschaftshotel bedroht worden. Töres Begleiter hatte eine Pistole dabei. „Ich hatte richtig Angst“, sagte Toprak, der sich erstmals öffentlich zu dem Vorfall äußerte.

Auch Calhanoglu betroffen

Calhanoglu und Toprak hatten den Vorfall Nationaltrainer Fatih Terim gemeldet, der Töre zunächst nicht mehr für die Nationalelf nominierte. Nach gut einem Jahr wurde Töre aber wieder berufen, was die beiden Leverkusener verwunderte. Beide verzichteten auf weitere Länderspiel-Einsätze, Calhanoglu berichtete öffentlich im ZDF-Sportstudio über den Vorfall. Calhanoglu will zukünftig wieder für die Türkei spielen. „Das ist Hakans Entscheidung, meine ist meine“, erklärte Toprak.