Ski Alpin

Lindsey Vonn ist jetzt so gut wie Ingemar Stenmark

Die Amerikanerin gewann den letzten Super-G vor Anna Fenninger und sicherte sich ihre 19. Kristallkugel. Mit ihrem fünften Sieg im Super-G-Gesamtweltcup zieht sie auch mit einer Deutschen gleich.

Foto: Patrick Seeger / dpa

Lindsey Vonn wälzte sich glückselig im Schnee und schrie ihre unbändige Freude hinaus: „Yes!“ Vor dem großen Showdown zwischen Felix Neureuther und Marcel Hirscher aus Österreich im Duell um die kleine Kristallkugel im Slalom am Sonntagvormittag sorgte die Amerikanerin auch am zweiten Tag des alpinen Weltcup-Finales im französischen Méribel für die historischen Momente.

Vonn gewann den letzten Super-G der Saison vor Anna Fenninger aus Österreich – und damit auch die Weltcup-Wertung in dieser Disziplin vor ihrer Verfolgerin. Mit ihrem nun fünften Sieg im Super-G-Weltcup zog sie mit der bisherigen Rekordhalterin Katja Seizinger (1993 – 1996, 1998) gleich. 24 Stunden zuvor hatte Vonn mit ihrem siebten Abfahrtstitel die Bestmarke von Annemarie Moser-Pröll (Österreich) eingestellt.

Doch damit nicht genug: Viermal hat Vonn den Gesamtweltcup gewonnen, nun zum 15. Mal einen Disziplin-Weltcup, insgesamt hat sie nun also bald 19 Kristallkugeln zu Hause in der neuen Vitrine stehen. Nur der legendäre Ingemar Stenmark (Schweden) hat dies bislang erreicht (3 gesamt/jeweils 8 in Riesenslalom und Slalom). Und Vonn betonte bereits: „Nächstes Jahr greife ich im Gesamtweltcup wieder an.“

Zweikampf um Gesamtweltcup der Frauen

In diesem Jahr geht die große Kristallkugel an Fenninger oder Tina Maze (Slowenien). Fenninger verfehlte die Super-G-Kugel nur um 28 Punkte und bekannte: „Es hat schon ein wenig wehgetan, dass es nicht geklappt hat.“ Im Gesamtweltcup aber liegt die Titelverteidigerin weiter vorn, 32 Punkte beträgt ihr Polster vor dem Slalom (Samstag) und dem Riesenslalom (Sonntag) vor der diesmal drittplatzierten Maze.

Dagegen ist Marcel Hirscher vor dem Showdown mit Neureuther einem historischen Sieg im Gesamtweltcup den wohl entscheidenden Schritt nähergekommen. Der Titelverteidiger belegte im letzten Super-G der Saison überraschend Rang vier und blieb damit vor den letzten Rennen im Riesenslalom und Slalom vor Verfolger Kjetil Jansrud aus Norwegen. „Wahnsinn, ein irres Ergebnis“, sagte Hirscher.

Jansrud fuhr beim ersten Weltcup-Sieg des WM-Zweiten Dustin Cook aus Kanada auf den zweiten Rang und hat auf Hirscher jetzt nur noch 34 Punkte Rückstand. Der Gewinner in Abfahrts- und Super-G-Wertung ist aber wohl chancenlos gegen den Österreicher, der die große Kugel als erster Läufer viermal hintereinander gewinnen kann. „Es ist sicher sehr viel getan, aber durch ist noch gar nichts“, sagte Hirscher.

Hirscher Favorit bei den Herren

Jansrud behauptete dagegen: „Im Gesamtweltcup ist es wohl erledigt.“ Im Riesenslalom, wo er die Gesamtwertung bereits am vergangenen Wochenende gewonnen hat, ist Hirscher klar besser als Jansrud. Im Slalom, wo Hirscher die 55 Punkte Vorsprung von Neureuther noch aufholen will, geht Speed-Spezialist Jansrud womöglich gar nicht an den Start.

Cook siegte auf der Piste „Roc de Fer“ mit 0,05 Sekunden Vorsprung auf Jansrud. Dritter wurde der Franzose Brice Roger (0,08 Sekunden zurück), Hirscher lag lediglich eine weitere Hundertstelsekunde dahinter. Ein deutscher Läufer hatte sich nicht für das Finale mit den besten 25 Super-G-Läufern der Saison qualifizieren können. Bei den Frauen fehlte Viktoria Rebensburg (Kreuth) verletzungsbedingt.