Nürburgring

Definitiv: Dieses Jahr kein Deutschland Grand Prix

Lange wackelte die Austragung an der legendären Rennstrecke. Jetzt kam die endgültige Absage aus der Eifel. Und für die Alternative Hockenheim ist es längst zu spät.

Foto: Jens Büttner / dpa

Die Formel 1 gastiert in diesem Jahr nicht am Nürburgring. Es habe keine Einigung mit Formel-1-Chef Bernie Ecclestone erzielt werden können, sagte der Sprecher der Sanierer der insolventen Rennstrecke, Pietro Nuvoloni, am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur.

Nachdem Ecclestone seit Monaten keine Entscheidung getroffen habe, „sind wir zur Auffassung gekommen, dass es jetzt aus zeitlichen, organisatorischen und auch wirtschaftlichen Gründen keinen Sinn mehr macht, weiter zu warten“, erklärte Nuvoloni. Der Nürburgring habe sich entschieden, „den für die Formel 1 reservierten Termin 19. Juli zugunsten eines anderen Veranstalters freizugeben“. Die Eifel-Rennstrecke hätte auch einen Verlust hingenommen – aber nur in einem betriebswirtschaftlich vertretbaren Rahmen, sagte der Sprecher.

Ecclestone: „Es gibt keinen Ersatz“

Formel-1-Chefvermarkter Bernie Ecclestone hatte das Deutschland-Rennen kurz vor dem Saisonauftakt in Australien am vergangenen Wochenende für „im Moment tot“ erklärt. Im „Independent“ hatte er zudem klargestellt: „Es wird keinen Ersatz geben, wenn es nicht stattfindet.“

Allerdings betonte er in der „WirtschaftsWoche“ auch: „Das Rennen in Deutschland ist für die Formel 1 sehr wichtig, wir wollen Deutschland nicht verlieren.“

Der 84-jährige Ecclestone hat aber auch schon seit Wochen Fristen in Aussicht gestellt – und sie verstreichen lassen. Die Verantwortlichen der Alternative Hockenheimring – die beiden Strecken wechseln sich aus wirtschaftlichen Gründen bereits seit Jahren ab – hatten sich über Wochen zu dem brisanten Thema nicht geäußert.

Die badische Rennstrecke galt als Ersatzkandidat für den Nürburgring, der wegen seiner finanziellen Notlage den Grand Prix wohl nicht ausrichten kann. „Der Zeitpunkt ist abgelaufen, um hier ein Rennen zu veranstalten. Ansonsten hätte die Qualität des Events gelitten“, erklärte Seiler nun aber.

Hockenheim steht nicht bereit

Schon zuvor hatte er bei morgenweb.de, dem Online-Auftritt des „Mannheimer Morgen“, den Fans von Sebastian Vettel & Co. wenig Hoffnung auf das Heimrennen gemacht. „Wir rechnen nicht mehr damit, dass in Hockenheim 2015 ein Grand Prix stattfindet. Wir können wegen anderer Veranstaltungen nicht mehr zuwarten.“ Eine seriöse Organisation des Großen Preises sei nicht mehr möglich.

Im Rennkalender war das Deutschland-Gastspiel noch immer für den 19. Juli angesetzt – allerdings bislang ohne Gastgeber. Die Betreiber des Nürburgrings konnten sich wegen ihrer knappen Kassen die Antrittsgebühren für den Grand-Prix-Zirkus nicht leisten. Für den viermaligen Weltmeister Vettel oder auch das dominierende Mercedes-Team ist die Streichung des Deutschland-Rennens ein herber Verlust. Für viele Rennstreckenbetreiber sind die sinkenden Zuschauerzahlen angesichts von Antrittsgebühren für die Formel 1 in zweistelliger Millionenhöhe mittlerweile eine große Belastung.

Am Freitag trifft sich der Weltrat des Internationalen Automobilverbands FIA in Genf zu seiner nächsten Sitzung. Dort dürfte das Thema Deutschland-Rennen auch zur Sprache gebracht werden.