Fußball

Große Sicherheitsgefahr in deutschen Stadien

Eine Umfrage bei den Ordnungsämtern der Erstliga-Städte ergab ein alarmierendes Ergebnis: Nur vier Städte haben einmal die Qualifikation der Ordner überprüft. Darunter ist auch Berlin.

Foto: dpa Picture-Alliance / Paul Eckenroth / picture alliance / JOKER

Experten bemängeln fehlende Kontrollen der Ordnungsdienste in deutschen Fußball-Stadien. „Das Problem ist in der Tat, dass zu wenig Kontrollen stattfinden und dass auf diese Weise kriminelle Energie ins Stadion gelangt, die eigentlich nicht hinein gelangen dürfte“, sagte der Berliner Sicherheitsexperte Rolf Stober dem WDR-Magazin sport inside (Montag im WDR-Fernsehen, 22.45 Uhr).

In einer Umfrage bei den Ordnungsämtern der Erstligastädte geben nur vier der 18 Befragten an, die Qualifikation der eingesetzten Ordner schon einmal vor Ort überprüft zu haben. Darunter befindet sich auch Berlin. Die anderen 14 Kommunen bestreiten entweder eine Kontrollpflicht, führen Personalmangel an oder wissen nicht, welches Unternehmen den Sicherheitsdienst organisiert.

Problemfall Subunternehmen

Die größten Sicherheitsrisiken gehen offenbar vor allem von kleineren Sicherheitsdienstleistern aus, deren Personal von größeren Unternehmen ausgeliehen und von diesen offenbar nur mangelhaft überprüft wird. Sicherheitsexperte Stober: „Auf jeden Fall sind Subunternehmen ein potentielles Risiko, weil sie im Grunde genommen häufig als Subunternehmen eben nicht die Anforderungen erfüllen, die notwendig sind. Vor allem auch die Gewerbetreibenden selbst haben oft nicht die entsprechenden Befähigungsnachweise, so dass hier auf jeden Fall Gefahren drohen.“

Sport inside hatte bereits bei zwei Tests in Dortmund und in Gelsenkirchen Mängel aufgedeckt, das zahlreiche Ordner ohne die vorgeschriebenen Schulungen und Führungszeugnisse auch in Hochsicherheitsbereichen eingesetzt wurden.

DFB-Kontrollen finden wenn überhaupt nur nach Voranmeldung statt. Sanktionen wurden bisher noch nicht verhängt, obwohl die Vereine als Veranstalter in den Lizenzanträgen die korrekte Anwendung der umfangreichen Richtlinien und Gesetze für den Einsatz von Ordnern bestätigen müssen.