Rudern

Berlin startet eigenes „Boat Race“ auf der Spree

Bei der Premiere der Champions League fahren die besten Ruder-Achter europäischer Klubs und Unis im K.o.-System gegeneinander. Der Schritt in die Innenstädte soll die Sportart attraktiver machen.

Foto: BOAT_RACE_PRACTICE / picture alliance / Photoshot

Es ist ein Abenteuer, darüber sind sich die Verantwortlichen im Klaren. Zum ersten Mal wird am Sonnabend in der Berliner Innenstadt ein Wettrudern auf der Spree stattfinden, direkt an der East Side Gallery. Bei der Ruder-Champions-League treten die besten Ruder-Achter europäischer Klubs und Universitäten im K.o.-System gegeneinander an. Auch drei Berliner Boote sind im Rennen. Die Vorläufe beginnen um 10 Uhr, bis zu 15.000 Zuschauer können bei freiem Eintritt dabei sein.

Berlin hat die Veranstaltung für die nächsten fünf Jahre bekommen. „Wir wollen das Rudern in die Städte bringen“, sagt Ali Gülermann, Mitglied im Vorstand der Ruder-Champions-League. Deren Sprecher Oliver Palme schwärmt: „Die Örtlichkeit ist einfach sensationell. Der Landesruderverband hat alle Hebel in Bewegung gesetzt, um die Spree zu bekommen.“ Normalerweise ist der Fluss für Sportveranstaltungen gesperrt. Bei der kürzlich in Berlin stattgefundenen Schwimm-EM mussten die Wettbewerbe im Freiwasserschwimmen deshalb im entfernten Grünau ausgetragen werden.

Zuschauer hautnah dabei

Die neue Veranstaltung erinnert an das traditionelle „Boat Race“ zwischen den Universitäten von Oxford und Cambridge, das jedes Jahr Hunderttausende an der Themse verfolgen. Mit einem entscheidenden Unterschied: Während in London 6800 Meter gerudert werden, misst die Strecke auf der Spree zwischen Oberbaumbrücke und O2 World lediglich 350 Meter; schon nach einer Minute sind die Boote wieder im Ziel. „Da muss jeder Schlag sitzen. Es ist ein vollkommen anderes Rudern“, ein Unterschied wie zwischen dem 100-Meter-Sprint und einem Marathon, sagt Thomas Kaun, der Vizepräsident des Berliner Ruderverbands. Auch Oliver Palme spricht von einer „Revolution im Rudern“ – und einer Chance für die Sportart, sich für das Publikum wieder attraktiver zu machen: „Von einem normalen Achter-Rennen bekommen die Zuschauer meist nur die letzten 45 Sekunden mit. Bei dieser Veranstaltung sehen sie alles.“