DFB-Pokalfinale

„Das hätte man ohne Torlinientechnik sehen müssen“

Dortmunds Trainer ärgert sich über den Schiedsrichter über ein nicht anerkanntes Tor. Und sogar sein Rivale Pep Guardiola räumt ein, dass das Pokalfinale sonst ganz anders ausgegangen wäre.

Foto: Boris Streubel / Bongarts/Getty Images

Nach dem Abpfiff des DFB-Pokalfinals zwischen Bayern München und Borussia Dortmund (2:0.n.V.) erregte vor allem eine Szene aus der 64. Minute die Gemüter. War der Kopfball von Mats Hummels schon hinter der Linie, als Bayerns brasilianischer WM-Verteidiger Dante zum Befreiungsschlag ansetzte? Die strittige Szene ereignete sich in in genau dem Moment, in dem es den Dortmundern erstmals gelang, die Bayern etwas unter Druck zu setzen.

„Wir waren ziemlich kaputt. Die große Leichtigkeit war nicht zu erkennen, aber wir haben uns gequält. In der Phase, als wir stärker wurden, machen wir ein Tor, das gibt er nicht. Das hätte man auch ohne Torlinientechnik sehen müssen. Ein Torrichter hätte uns genügt. Wo war der heute?“, sagte BVB-Trainer Jürgen Klopp sichtlich enttäuscht.

Und äußerte einen geradezu ungeheuerlichen Verdacht: „Wenn Schiedsrichter Meyer seinen Assistenten überstimmt hat, der auf Tor entschieden hat, wäre das ein Hammer. Unserem Spiel hätte das Tor, das wir erzielt haben, gut getan. Dann hätte ich gern mal gesehen, ob die Bayern zurückkommen.“

Sammer moniert vorherige Abseitsstellung

Klopps großer Kontrahent Pep Guardiola konnte den Ärger verstehen verstehen. „Wenn das Tor von Dortmund korrekt gewesen ist, hätte es alles geändert“, gab Bayerns Trainer unumwunden zu. Und auch der Münchener Sportdirektor Matthias Sammer konnte sich gut in den BVB-Coach, mit dem er schon so einige Meinungsverschiedenheiten, hineinversetzen: „Wir sind doch alles Sportsleute und wenn es ein Tor war, tut es natürlich leid.“

Dann allerdings monierte Sammer sogleich die Freistoß-Entscheidung des Schiedsrichters, die Nuri Sahins Flanke und die Kopfballverlängerung von Robert Lewandowski erst ermöglicht hatte.

Niersbach wiegelt mal wieder ab

DFB-Präsident Wolfgang Niersbach war angesichts des nicht gegebenen BVB-Tores „klar, dass die Diskussion jetzt wieder beginnt“. Er verwies dann aber auf das Votum aus der Ersten und Zweiten Liga: „Die Bundesligisten haben abgestimmt und sich mehrheitlich dagegen entschieden. Solange das so ist, werden wir vom DFB keine Entscheidung dagegen treffen. Aber selbst wenn die Entscheidung pro Technik ausgefallen wäre, hätten wir sie heute noch nicht gehabt“.