Tennis

Hingis und Lisicki gewinnen Doppel-Finale in Miami

Überraschend hat Sabine Lisicki mit ihrer Trainerin Martina Hingis das Doppel-Turnier gewonnen. Nach einer bislang verkorksten Saison will sich die Wimbledon-Finalistin so neues Selbstvertrauen holen.

Foto: Erik S. Lesser / dpa

Sabine Lisicki hat viel gelacht in den Tagen von Miami. Als Frustbewältigung diente der Berlinerin nach enttäuschenden Monaten mit Verletzungen und Krankheiten vor allem der Doppel-Auftritt mit ihrer Trainerin Martina Hingis. Bei dem Millionenturnier im Crandon Park gewann das ungewöhnliche Duo sogar den Titel. Hingis/Lisicki besiegten im Finale die an Nummer zwei gesetzten Russinnen Jelena Makarowa und Jelena Wesnina mit 4:6, 6:4, 10:5.

Die wiedergenesene Lisicki genießt die kleinen Erfolgserlebnisse abseits des Einzel-Wettbewerbs, der wie so viele der vorherigen Turniere auch in Miami ohne die Wimbledon-Finalistin in die entscheidende Phase ging. Ihr Drittrunden-Match gegen Kirsten Flipkens (Belgien) hatte die 24-Jährige wegen einer Erkältung absagen müssen. Es war ein weiterer Rückschlag auf dem Weg zu alter Stärke.

Nur dreimal hat Lisicki seit ihrem großen Erfolg im Tennis-Mekka im Juli 2013 mehr als zwei Partien in einem Turnier gewonnen. Eine Lebensmittelvergiftung, eine Schulterverletzung und der jüngste Infekt bremsten Lisicki in diesem Jahr bereits aus.

Die Chemie stimmt zwischen Lisicki und Hingis

Im Doppel holt sich die Berlinerin nun die Matchpraxis, die sie im Einzel derzeit nicht bekommt. „Wir haben viel Spaß. Generell lache ich ja auf dem Court relativ viel“, sagte Lisicki. Und mit Hall-of-Fame-Mitglied Hingis (33) an der Seite scheint es noch ein bisschen mehr zu sein.

Die Weltranglisten-15. hilft mit ihrem Aufschlag und den wuchtigen Grundschlägen, die Schwächen der am Netz immer noch überragenden Hingis auszugleichen. Der Schweizerin gefällt an der Deutschen vor allem, dass Lisicki nie aufsteckt und in der Lage ist, die Big Points zu gewinnen. „Letztes Jahr habe ich 70 bis 80 Prozent dieser Big Points verloren. Mit Sabine ist es genau umgekehrt“, berichtete Hingis, die in ihrer Karriere insgesamt 14 Grand-Slam-Titel gewonnen hat (fünf im Einzel, neun im Doppel).

Schon im letzten Jahr hatte Hingis, die beim Wimbledon-Turnier 2007 positiv auf Kokain getestet und zwei Jahre gesperrt worden war, im Doppel einen Comebackversuch gestartet. Gemeinsam mit der Slowakin Daniela Hantuchova gewann sie bei fünf Turnieren aber insgesamt nur drei Matches. Mit Lisicki ist alles anders, schon im zweiten gemeinsamen Doppel reichte es zum ersten Titel. Die beiden kennen sich, seitdem „Bine“ vor 15 Jahren in die Schweiz reiste, um mit Hingis-Mutter Melanie Molitor zu trainieren. Die Chemie stimmt, was sich bei Lisicki bald auch in Erfolgen im Einzel zeigen soll.