Tennis

Sabine Lisicki will wieder von ihrem Vater trainiert werden

Mit Wim Fissett erreichte Sabine Lisicki das Finale von Wimbledon – gut zwei Monate später folgte die Trennung von dem Belgier. Denn ihr neuer Trainer kennt sie so gut wie kein anderer.

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Als sie klein war, lebte Sabine Lisicki in einem Gummiball. Eine unsichtbare Haut, die vor Gefahren schützte. „Ich habe mir das sehr lustig vorgestellt“, erzählte die Tennisspielerin kürzlich dem „Zeit Magazin“. Dieser Ball existiert bis heute. Inzwischen sei es die Familie, die ihr Kraft gebe.

Sabine Lisicki ist ein internationaler Sportstar – und dabei immer die Tochter ihrer Eltern geblieben. Ohne Mutter Elisabeth und Vater Richard, der als Trainer fungiert, könne sie sich das Leben auf der Tour gar nicht vorstellen, sagte sie mal.

Der dritte Coach in 2013

So klingt die Trennung von Trainer Wim Fissette auch nur auf den ersten Blick verwunderlich. Der Belgier hatte seinen Dienst einen Monat vor Wimbledon angetreten, prompt war die 23-Jährige ins Finale marschiert. Von allen Seiten wurde betont, wie zufrieden man sei.

Fissette war bereits der dritte Coach in diesem Jahr. Ende Januar stieß mit Ricardo Sanchez erstmals ein Externer zum Team. Die Entscheidung war auch der Emanzipationsversuch einer jungen Frau, die erwachsen werden wollte. Doch die Zusammenarbeit mit dem Spanier dauerte nur drei Monate, es folgte ein kurzes Intermezzo mit dem Deutschen Robert Orlik, bevor Fissette kam.

Der hatte seine Landsfrau Kim Clijsters nach ihrem Comeback gleich zum Gewinn der US Open geführt. „Es ist naheliegend, dass man jemanden finden will, der sein Kind besser erreichen kann“, sagte Richard Lisicki der Morgenpost noch vor einem Monat.

Turnier in Tokio abgesagt

Jetzt ist er es, der seine Tochter wieder trainiert. „Wim und ich hatten unterschiedliche Konzepte und haben beschlossen, getrennte Wege zu gehen“, so Lisickis knappes Statement. „Sabine hat gemerkt, wie gut ihr Vater sie kennt“, sagt Bundestrainerin Barbara Rittner. Richtig kennengelernt hätte Lisicki Fissette erst nach Wimbledon und da gemerkt, dass es nicht passt. „Sabine weiß, was gut für sie ist“, so Rittner.

Ob die Entscheidung sich auszahlt, wird sich noch zeigen. Den Start beim Turnier in Tokio musste die Nummer 15 der Welt wegen Fiebers absagen.