Boxen

„Du kannst doch nicht mal mehr einen Opa verhauen“

Vor dem großen Duell am 8. Juni giften sich der Berliner Boxer Marco Huck und sein Gegner Ola Afolabi aus Großbritannien gegenseitig an. Doch eigentlich will Huck gegen die Klitschkos boxen.

Foto: Uwe Geisler/Geisler-Fotopress / pa/Uwe Geisler

Marco Huck begann mit dem, was er am besten kann: austeilen. „Der Typ geht mir langsam auf die Nerven. Diesmal werde ich ihn vernichten, ohne wenn und aber“, eröffnete der 28-jährige Profibox-Weltmeister die erste Begegnung zwischen ihm und dem „Typ“ vor ihrem dritten Aufeinandertreffen am 8. Juni in der Max-Schmeling-Halle. Und da „Typ“ Ola Afolabi offensichtlich Lust auf ein Gefecht mit Worten hatte, blieb der 33 Jahre alte Engländer dem Berliner Champion nichts schuldig.

„Du bist doch gar kein Weltmeister. Du boxt doch immer nur zu Hause. Du bist nicht mal Deutscher Meister, du bist Berliner Meister“, sagte der Trainingsgefährte der Klitschko-Brüder und lachte aus vollem Herzen. Huck giftete zurück: „Du musst Gott danken, dass es mich gibt. Sonst hättest du nie so viel Geld verdient.“ „Du kannst doch nicht mal mehr einen Opa verhauen“, grinste Afolabi in Anspielung auf Hucks letzten Auftritt (schmeichelhafter Punktsieg) gegen den bereits 42 Jahre alten Firat Arslan am 3. November in Halle/Westfalen.

Nach einem knappen Punktsieg für Huck 2009 in Ludwigsburg, einem heftig umstrittenen Unentschieden 2012 in Erfurt, steht nun also das dritte Duell der beiden Cruisergewichtler um den Gürtel der World Boxing Organization (WBO) an. „Egal was sich die beiden jetzt zu sagen haben, ich bin fest davon überzeugt, dass es einen Superfight geben wird“, sieht Promotor Kalle Sauerland der Veranstaltung mit großen Erwartungen entgegen.

Teamchef Sauerland muss Huck Grenzen setzen

Und der Sohn von Teamchef Wilfried Sauerland sagt auch warum: „Für Afolabi geht es um einige große Zahltage. Er ist 34 und muss den entscheidenden Schritt tun, um im Geschäft zu bleiben.“ Die Perspektiven für Huck sieht der 36-jährige Sauerland differenzierter. „Marco hat sich bei Vertragsverhandlungen durchaus weit aus dem Fenster gelehnt. Vielleicht sogar ein wenig überschätzt. Aber das haben wir ausgeräumt. Aber er will ins Schwergewicht und damit einen weiteren Karriereschritt machen. Er will gegen die Klitschkos boxen – dafür muss er das Cruisergewicht aber dominieren. Gegen Afolabi hat er die erste Chance dazu.“

Ohne es auszusprechen, setzt Sauerland dem heißblütigen Huck Grenzen. Dennoch ist „Kapt’n Huck“ derzeit das Zugpferd im Sauerland-Team. Hinter Arthur Abrahams Zukunft steht ein Fragezeichen. Für den 33-jährigen Super-Mittelgewichtler muss es in absehbarer Zeit wieder um einen Weltmeister-Titel gehen. Er hat jedoch durchblicken lassen, dass er bei einer weiteren Niederlage seine Karriere beenden wird.

Der gerade eingebürgerte, auf Kuba geborene Yoan Pablo Hernandez, wie Huck Weltmeister im Cruisergewicht (bei der International Boxing Federation), ist derzeit nicht einsetzbar, weil seine lädierte Schlaghand nur schlecht verheilt. Das trifft auch auf den hoch gehandelten ehemaligen Schwergewichts-Europameister Robert Helenius (Finnland) zu.