Bayern München

Schweinsteiger muss gegen Fürth auf die Bank

Bayern-Coach Heynckes macht sich Gedanken über sein Karriereende. Neuer will den Rekordmeister zurück an die Spitze führen.

Die Bundesliga-Premiere der SpVgg Greuther Fürth wird gleich zum Fußball-Klassenkampf. Der 52. Verein in der Eliteliga muss zum Auftakt der 50. Spielzeit gegen den Rekordmeister und Krösus FC Bayern gleich eine Herkulesaufgabe lösen.

18.000 Zuschauer werden am Sonnabend im umgebauten und ausverkauften Stadion live dabei sein – eine ganze Region fiebert dem historischen Tag entgegen. „Wir freuen uns. Wir haben 15 Jahre für diesen Tag, für die Fußball-Bundesliga gearbeitet. Das war unser großer Wunsch, unser Traum“, sagte Fürths langjähriger Präsident und Macher Helmut Hack, der das ungleiche Duell zwischen Zwerg und Gigant klar einordnete: „Es gibt in der Bundesliga Kleine, Große und ganz Große. Wir sind der Winzling, der Größte ist der FC Bayern.“

Bange machen gelte dennoch nicht, verkündete der in Franken gefeierte Aufstiegs-Trainer Mike Büskens: „Der Rekordmeister als erster Bundesligagegner in der Vereinshistorie – das ist definitiv eine tolle Sache. Wir wollen uns schon wehren, für uns ist die Bundesliga eine ganz große Nummer.“

Es sei ein besonderer Tag für den Verein, „und das wollen wir mit den Fans zusammen genießen“. Das Team um Ex-Nationalspieler Gerald Asamoah will sich auch gegen die Münchner Millionen-Truppe so teuer wie möglich verkaufen. „Wir werden nicht ängstlich sein“, versprach Präsident Hack den Zuschauern um den bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU). „Unser Ziel ist, dass wir am Ende über dem Strich stehen“, erklärte Hack kess. Der 15. Platz würde den direkten Klassenverbleib bedeuten.

Ribéry ist krank, Schweinsteiger sitzt auf der Bank

Die Bayern haben andere Ziele. Dreimal Vize – eine weitere titellose Saison soll und darf es nicht geben. „Wenn man mit einem Sieg startet, bekommt man Rückenwind“, betonte Jupp Heynckes. Auch der Trainer ist besonders gefordert, zum Auftakt fehlt ihm Topstar Franck Ribéry nach einer fiebrigen Erkältung. Für den Franzosen dürfte Zugang Xherdan Shaqiri links beginnen. Bastian Schweinsteiger wird zum Saisonstart auf der Bank sitzen. „Es dauert nicht mehr lange, bis er von Anfang an spielt“, bemerkte Heynckes jedoch.

Der Nationalspieler sei nach den Verletzungsproblemen und Enttäuschungen der vergangenen Saison inzwischen „wieder der Alte. Er ist flockig, er macht Jokes. Er ist ein Spieler, der bei uns den Unterschied ausmacht“, sagte Heynckes, der sich Gedanken über das Ende seiner Zeit bei den Bayern macht. „Wir haben einen Zwei-Jahres-Vertrag, der endet am 30. Juni 2013. Und dann geht wieder ein Lebensabschnitt zu Ende“, sagte der 67-Jährige der „Süddeutschen Zeitung“.

Ganz wohl ist den Bayern vor dem ersten Ernstfall in Fürth nicht. Schließlich kann sich der große Favorit eigentlich nur blamieren – außer er schießt den Liga-Neuling ab. „Die Fürther werden alles dafür tun, uns zu ärgern“, prophezeite Manuel Neuer.

Neuer: „Wir wollen wieder die Nummer eins werden”

Der Nationaltorhüter hat jedoch andere Pläne: „Wir wollen von vornherein zeigen, dass wir stark sind. Und wir wollen wieder die Nummer eins in Deutschland werden.“ Heynckes will sich allerdings nicht am großen Titelrivalen Borussia Dortmund orientieren: „Ich schaue nicht auf Dortmund, ich schaue auf uns. Ich traue uns sehr viel zu.“

Bis zum letzten Tag vor dem Saisonstart wurde in Fürth an der kleinsten Bundesliga-Arena gewerkelt. Der Umbau der Südtribüne ist abgeschlossen. Die Mannschaft wurde – auch mangels Geld – nicht groß umgebaut. Der Senegalese Djiby Fall, der für knapp eine Million Euro vom belgischen Erstligisten KSC Lokeren kam, soll den im Sommer zu Eintracht Frankfurt gewechselten Torjäger Olivier Occean ersetzen.

„Wir sind nicht zufällig aufgestiegen“, sagte Hack, der Vertrauen ins vorhandene Personal setzt. Weitere Transferaktivitäten seien „nicht geplant“. Die 0:2-Niederlage im DFB-Pokal beim Drittligisten Offenbach habe sein Team nicht umgeworfen, versicherte Büskens: „Wir haben deswegen keine kalten Füße.“ Der Trainer soll als „Motivator und Integrationsfigur“ dem ganzen Verein „Kraft“ geben, erklärte Hack: „Kraft werden wir in jedem der 34 Spiele brauchen – nicht nur gegen die Bayern.“ Aber da wohl ganz besonders.