Bundesliga-Auftakt

Reus und Götze schießen Dortmund zum Startsieg

Borussia Dortmund gewinnt gegen Werder Bremen 2:1 (1:0) - doch der Sieg des Doublegewinners war durchaus schmeichelhaft.

Mario Götze und „Fußballer des Jahres“ Marco Reus haben Meister Borussia Dortmund zur Ouvertüre der 50. Bundesliga-Saison einen Start nach Maß beschert. Reus mit dem ersten Tor der neuen Saison nach nur elf Minuten und Götze neun Minuten vor dem Ende der Partie führten das schmeichelhafte 2:1 (1:0) des Doublegewinners vor 80.645 Zuschauern gegen Werder Bremen herbei. Zwischenzeitlich hatte Theodor Gebre Selassie (75.) die Bremer von einem Punktgewinn träumen lassen, wie er nicht einmal unverdient gewesen wäre.

„Das Ergebnis ist gut, wichtig waren die drei Punkte, aber die Art und Weise hat mir nicht gefallen“, sagte Dortmunds Nationalspieler Mats Hummels und fügte mit Blick auf die vergangene Saison an: „Da hatten wir einen Riesenstart und haben danach fünfmal schwach gespielt. Insofern ist es gut, dass wir so gestartet sind, so wissen wir, dass wir noch viel arbeiten müssen.“

Dagegen haderte Bremens Kapitän Clemens Fritz mit dem Spielausgang: „Es war ein sehr intensives Spiel mit guten Möglichkeiten für Dortmund und auch für uns. Ich denke, am Ende hat das Quäntchen Glück gefehlt: Bei den Dortmundern springt der Ball vom Pfosten rein, bei uns vom Pfosten weg.“

Dortmund weit von der Vorjahresform entfernt

Die Dortmunder Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp war in einer intensiven Auseinandersetzung mit überraschend guten Gästen noch weit von der Form entfernt, mit der sie in der vergangenen Saison die Liga dominierte, Rekordmeister Bayern München dreimal besiegte und 28 Spiele in Folge ungeschlagen blieb.

Mit dem 29. jagt der BVB weiter den Rekord des Hamburger SV (36), den die Dortmunder zur Saisoneröffnung 2011 in einer rauschenden Gala 3:1 besiegt hatten. Auch damals traf Götze in der ersten Partie der Saison, hatte erst wegen einer Schambeinverletzung und zuletzt wegen einer Bindehautentzündung aber den Anschluss verloren. „Nach so einer langen Zeit war es sehr, sehr hart. Ich freue mich sehr, dass es so geklappt hat. Das war sehr wichtig für die Mannschaft. Der Trainer hat gesagt, ich soll Gas geben. Das habe ich getan, glaube ich“, sagte er.

Klopp erklärte, er „habe damit gerechnet, dass es eng wird. Dann machst du das 1:0, dann ist alles gut. Bremen hat sehr gut dicht gestanden, wir haben das nicht so gut gemacht. Am Ende ist mit dem Sieg für uns alles okay.“

In einer kurzen Eröffnungsfeier hatten weiß gekleidete Mädchen und Jungen Banner mit Protagonisten aus fünf Jahrzehnten Bundesliga auf den Rasen getragen, auf den Videoleinwänden wurden legendäre Szenen eingespielt. Um 20.33 Uhr erklärte BVB- und Liga-Präsident Reinhard Rauball die Saison 2012/2013 für eröffnet und appellierte an die „friedlichen Fußball-Fans, dieser Saison einen würdigen Rahmen zu geben“.

Reus trifft in die lange Ecke

Nach dem Abspielen der deutschen Nationalhymne pfiff Schiedsrichter Felix Zwayer (Berlin) mit elfminütiger Verspätung um 20.41 Uhr die Begegnung an. Die ersten zehn Minuten gehörten den frech aufspielenden Bremern, bei denen mit Kevin de Bruyne, Eljero Elia und Gebre Selassie drei Neuzugänge von Beginn an dabei waren. Als Reaktion auf die Pokalpleite bei Preußen Münster (2:4 n.V.) brachte Trainer Thomas Schaaf lediglich Marko Arnautovic für Zugang Nils Petersen von Beginn an.

Der Doublegewinner reagierte auf die Drangphase eiskalt. Reus nahm einen Pass von Jakub Blaszczykowski auf und vollendete zu seinem ersten Bundesligator für Dortmund. „Ich habe spekuliert darauf, dass Ignjovsky einen Fehler gemacht. Das war dann meine Chance, ich wollte ihn unbedingt machen“, schilderte Reus sein Premieren-Tor im BVB-Trikot. Der Shootingstar der vergangenen Saison unterstrich damit seine exzellente Form, die er auch bei der EM zeigte, und rechtfertigte die 17,1 Millionen Euro Ablösesumme, die die Borussia für seine Rückkehr an Borussia Mönchengladbach bezahlt hatte. Über sein Heimspieldebüt in Deutschlands größtem Stadion sagte er: „Ich hatte schon richtig Gänsehaut beim Einlaufen. Ich bin froh, dass ich jetzt bei der Borussia bin, dass ich mit super Mitspielern zusammenspiele. Das macht richtig Spaß.“

Weidenfeller rettet in höchster Not

Der 23-Jährige war in der schwachen ersten Hälfte Dortmunds nicht nur in der Offensive der Dreh- und Angelpunkt, sondern half auch in der Defensive aus. Dem Meister fehlte zum Verdruss von Klopp vor allem Gedankenschnelligkeit. Neuzugang Oliver Kirch, Vertreter des angeschlagenen Rechtsverteidigers Lukasz Piszczek wurde von Elia ein ums andere Mal düpiert. Weidenfeller musste gegen den niederländischen Nationalspieler in höchster Not retten (18.) und hatte bei einem Pfostenschuss von Arnautovic (24.) Glück.

In den zweiten Durchgang ging Klopps Team energischer, einen Kopfball von Nationalspieler Mats Hummels aber konnte Sebastian Mielitz entschärfen (50.). Doch die Bremer steckten nicht zurück und blieben ihrer offensiven Linie treu. Die scheint bei Thomas Schaaf nach dem personellen Umbruch nun Programm. Besonders Arnautovic, Aaron Hunt und Elia stachen heraus. Dann war es Rechtsverteidiger Gebre Selassie, der eine Hereingabe von Arnautovic per Kopf über Weidenfeller hinweg zum 1:1 ins Netz verlängerte. Aber Götze raubte den Gästen wenig später noch den Traum von einem Punkt zum Auftakt.