Bundeswehr

Ruderin Drygalla könnte Dienst als Sportsoldatin beginnen

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Die Sportlerin könnte bereits zum 1. September bei der Bundeswehr starten. An ihrem Freund will Nadja Drygalla festhalten.

Die wegen der rechtsextremistischen Verstrickungen ihres Freundes freiwillig aus dem Olympischen Dorf in London abgereiste Rostocker Ruderin Nadja Drygalla (23) könnte schon zum 1. September 2012 ihren Dienst als Sportsoldatin antreten. „Seit Montag liegt uns ein Schreiben vom Deutschen Ruderverband (DRV) vor, in dem wir gebeten werden, den Antrag auf Sportförderung wieder aufzunehmen“, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums Morgenpost Online. Wie üblich hole die Bundeswehr nun eine Stellungnahme des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) ein. Damit rechne das Ministerium „in den nächsten Tagen“.

Sollte diese sportfachliche Bewertung positiv ausfallen, stünde einem Dienstantritt Drygallas zum 1. September nichts mehr im Wege. Nach einer sechswöchigen Grundausbildung in Hannover würde sie voraussichtlich in die Sportfördergruppe Frankfurt/Oder aufgenommen werden. Die praktischen Voraussetzungen dafür seien erfüllt. Die Ruderin sei bereits im Juli tauglich gemustert worden. Nach ihrer Abreise aus dem Olympischen Dorf hatte jedoch der DRV die Bundeswehr gebeten, den sogenannten Heranziehungsbescheid „auf Eis zu legen“. Formal sei das der Bundeswehr aber nicht möglich, deswegen sei das Verfahren zunächst eingestellt worden.

Streit wegen Gesinnung

Derweil hat Drygalla neue Einblicke in ihr Privatleben gewährt und von Problemen mit ihrem Lebenspartner berichtet. Immer wieder habe es wegen dessen früherer rechtsradikaler Gesinnung Streit gegeben. „Ich habe ihm oft gesagt, dass ich seine politischen Vorstellungen ablehne. Aber ich zeige nicht mit dem Finger auf ihn und sage: Das ist alles deine Schuld“, sagte sie dem „Stern“.

Trotz aller Probleme will die Rostockerin an der Beziehung festhalten. „Wir haben besprochen, dass er aussteigt. Und das ist für mich ein Versprechen“, sagte die 23-Jährige. Wie Drygalla erklärte, sei die Beziehung zu ihrem Partner bis zum Jahresbeginn 2007 glücklich gewesen. Erst als der sportliche Erfolg ausblieb – ihr Freund war auch Ruderer – sei es „losgegangen mit seinen politischen Ideen“.

Der Lebenspartner gehörte bis zum Frühjahr der rechtsradikalen Szene in Rostock an. Im Vorjahr war er bei den Landtagswahlen als Direktkandidat der NPD angetreten, mittlerweile hat er die Partei jedoch verlassen.

( sim )