Fußball-WM 2006

Staatsanwalt ermittelt gegen Ex-DFB-Mann und Eventim

70.000 Tickets sollen während der WM 2006 in Deutschland unrechtmäßig verkauft worden sein. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft München.

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Die Staatsanwaltschaft München hat weitere Ermittlungen wegen des Verdachts auf unrechtmäßigen Verkauf von 70.000 Tickets während der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland angestellt. Ermittlungen richten sich gegen einen ehemaligen DFB-Mitarbeiter sowie den Ticketvermarkter Eventim. Wie jetzt bekannt wurde, gab es bereits Ende April eine größere Durchsuchungsaktion von Geschäftsräumen in verschiedenen Städten. Thomas Steinkraus-Koch, Sprecher der Staatsanwaltschaft München, bestätigte auf Anfragen von Morgenpost Online die Aktion. Näheres aber wollte er noch nicht sagen. Er verwies darauf, dass die Auswertungen des sichergestellten Materials noch liefen.

Erster Verdacht wegen Unregelmäßigkeiten bei der Auftragsvergabe sowie beim Ticketverkauf soll bereits 2009 aufgekommen sein. Im September 2010 durchsuchte die Staatsanwaltschaft München dann in einer konzentrierten Aktion an die 10 verschiedenen Orte – unter anderem die Verbandszentrale des DFB in Frankfurt, den Sitz von CTS Eventim in Bremen, sowie Privatwohnungen. DFB und Eventim galten zu diesem Zeitpunkt laut Staatsanwaltschaft als Geschädigte. Der Verdacht richtete sich gegen einzelne Mitarbeiter beider Organisationen.

Inzwischen sind die Ermittlungen konkreter: „In ihrem Zentrum stehen Willi B., der damalige Leiter der Abteilung Ticketing vom DFB, sowie Klaus-Peter Schulenberg, der Vorstandsvorsitzende von CTS Eventim“, erklärte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Willi B. ist mittlerweile nicht mehr für den DFB tätigt. CTS Eventim aber war wieder DFB-Partner bei der Frauen-WM. Eventim ist einer der Ticketvermarkter Europas und Betreiber der Berliner Waldbühne und sowie des Tempodroms.

Die Aufgabe der Staatsanwaltschaft ist jetzt, herauszufinden, ob und wie Tickets aus Sponsorenkontigenten mit erheblichem Preisaufschlag auf den Schwarzmarkt gelangt sein könnten und wer dort mit ihnen gehandelt haben könnte.

Schulenberg wollte sich am Donnerstag nicht äußern und kündigte für Freitag eine Stellungnahme an.