Klares Votum

Gegenbauer bestätigt - Hertha bleibt Führungschaos erspart

Präsident Gegenbauer ist als Sieger aus der Mitgliederversammlung hervorgegangen. Damit dürfte auch die Zukunft von Preetz gesichert sein.

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Hertha BSC geht mit Präsident Werner Gegenbauer und damit aller Voraussicht nach auch Manager Michael Preetz in die 2. Liga. Bei der mit Spannung erwarteten Mitgliederversammlung sprach sich am späten Dienstagabend die überwältigende Mehrheit erneut für Gegenbauer als Clubchef aus. 73,2 Prozent der 2775 abgegebenen Stimmen entfielen auf den Unternehmer. Nach dem sportlich schwachen Abschneiden samt Abstieg sowie den Turbulenzen der vergangenen Wochen im Verein fiel das Ergebnis weit besser aus, als erwartet.

„Ich werde alles geben für Hertha“, sagte der Unternehmer, der als einziger Kandidat angetreten war. „Ich danke Ihnen für das tolle Votum. Wir werden nicht alles hinkriegen, aber ich verspreche, alles zu geben.“ Gegenbauer hatte sich für den heftig kritisierten Preetz ausgesprochen, der damit sogar gestärkt aus der völlig vermasselten Saison geht.

Schon in seiner Wahlrede hatte Gegenbauer, der nicht nur drei Viertel der Stimmen auf sich vereinte, sondern auch noch seinen Wunschkandidaten Thorsten Manske als Stellvertreter durchbrachte, als Gewinner des Abends betont: „Wir müssen natürlich den Wiederaufstieg schaffen und ein etablierter Erstligist werden.“

Mitglieder gegen weiteren Protest gegen das Relegationsspiel

Damit überzeugte er offenbar die Mitglieder, die zu später Stunde auch über einen möglichen dritten Einspruch gegen das chaotische Relegationsspiel abstimmten und sich dabei deutlich gegen diesen Schritt aussprachen. Hertha erwartet diese Woche die schriftliche Urteilsbegründung des DFB-Bundesgerichts. Danach hat der Verein mindestens eine Woche Zeit, um über einen Protest zu beraten. Das Votum der Mitglieder ist dafür nicht bindend.

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Nachdem vor allem Preetz bei seinem ersten Auftritt auf der Bühne noch ein gellendes Pfeifkonzert zu hören bekam, drehte sich die Stimmung vor allem durch eine Rede von Neu-Trainer Jos Luhukay und die Enthüllung des kommenden Herta-Trikots. „Herr Preetz und Herr Gegenbauer haben mich sehr schnell von Hertha überzeugt“, sagte Luhukay. „Ich bitte Sie im Interesse für Hertha BSC um Weitsicht und Geschlossenheit“, hatte Preetz in dem vollen Messesaal gesagt.

In der gut achtstündigen Marathonversammlung war emotional über die abgelaufene Pleitensaison und die Zukunft debattiert worden. „Hertha bietet ein Bild großer Zerrissenheit“, stellte Ex-Präsident Bernd Schiphorst dabei fest. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats forderte: „So weitermachen wie bisher, kommt nicht infrage.“

13 Millionen für die Spieler

Aber auch ein Neuanfang nach dem zu erwartenden Abstieg wird für die Hertha kein leichter Weg. In der 2. Liga ist Hertha zum Sparen verdammt: Der Klub plant mit einer Schere von 13 Millionen Euro zwischen Einnahmen und Ausgaben. Finanzgeschäft Ingo Schiller stellte dar, dass der Klub mit Einnahmen von 30,5 Millionen plant. Im Unterhaus halbieren sich die TV-Einnahmen auf künftig 7,1 Millionen Euro. Dem gegenüber stehen Ausgaben von 43,8 Millionen Euro.

Für das kickende Personal sind 13 Millionen vorgesehen. Zu dem Ungleichgewicht sagte Schiller: „Wir sind aufgestellt für die Saison. Es ist alles durchfinanziert, ohne Transfers. Das bedeutet, dass wir nicht auf Transfers angewiesen sind. Aber sie sind willkommen.“

Das sind problematische Zahlen, da den Verein zudem Verbindlichkeiten von 34,7 Millionen drücken. Schiller versprach aber, dass Herthas Lizenz auch dann für die übernächste Saison sicher sei, falls Hertha 2012/13 nicht in die Bundesliga aufsteigen sollte.

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