Körperverletzung

Schiedsrichter Stark zeigt Hertha-Spieler Kobiaschvili an

Laut Polizei hat Schiedsrichter Stark einen Hertha-Spieler wegen Körperverletzung angezeigt. Es soll sich um Lewan Kobiaschvili handeln.

Fußball-Schiedsrichter Wolfgang Stark soll nach dem Chaos beim Bundesliga-Relegationsspiel am Dienstag zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC (2:2) einen Hertha-Spieler wegen Körperverletzung angezeigt haben.

„Es liegt eine Anzeige von Wolfgang Stark gegen einen Berliner Spieler vor“, sagte der Düsseldorfer Polzeisprecher Andreas Czogalla der „Bild“-Zeitung. Diese Angaben bestätigte die Düsseldorfer Polizei. Laut „Bild“ und Kölner „Express“ soll Herthas Lewan Kobiaschvili den Unparteiischen mit der Faust geschlagen haben.

Demnach habe Kobiaschvili nach dem Abpfiff der umstrittenen Partie den Schiedsrichter mit der Faust zwischen linker Schulter und Nacken getroffen. Stark soll danach über Schmerzen im Rückenbereich geklagt und einen Arzt gerufen haben. Anschließend habe er die Polizei in die Kabine gebeten und Kobiaschvili wegen Körperverletzung angezeigt.

Laut „Express“ eilten Düsseldorfs Mannschaftsarzt Ulf Blecker und sein Berliner Kollege Ulrich Schleicher zur Erstversorgung des Schiedsrichters. Starks Hinterkopf sei gekühlt worden, er habe ein Medikament gegen die Schwellung erhalten, heißt es in dem Bericht.

Hertha-Profi Kobiaschvili droht nun eine Sperre von sechs Monaten bis zu zwei Jahren, in leichteren Fällen von mindestens acht Wochen. Hertha wollte sich zu dem Bericht zunächst nicht äußern.

Ermittlungen auch gegen Kraft, Lell, Mijatovic und Lambertz

Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) ermittelt laut Bericht auch gegen die Hertha-Profis Thomas Kraft, Christian Lell und Andre Mijatovic. Sie sollen Schiedsrichter Stark im Anschluss an die Partie beleidigt haben. Laut „Express“ soll Christian Lell zu Stark gesagt haben: „Du feiges Schwein, da brauchst du gar nicht mehr anpfeifen.“ Der vierte Offizielle habe weitere Handgreiflichkeiten unterbinden können.

Auch gegen den Düsseldorfer Kapitän Andreas Lambertz werde ermittelt, der nach Spielende im Stadioninnenraum mit einem bengalischen Feuer hantiert hatte.

Der DFB wolle gegen alle fünf Spieler in der kommenden Woche verhandeln.

Sportanwalt: Gute Aussichten auf ein Wiederholungsspiel

Hertha BSC hat nach Ansicht des Heidelberger Sportanwalts Michael Lehner gute Aussichten auf ein Wiederholungsspiel gegen Fortuna Düsseldorf. „Ich meine, das Regelwerk wird das Wiederholungsspiel hergeben“, sagte Lehner am Freitag im ZDF-Morgenmagazin.

„Das Sportgericht muss sehen, eigentlich ist das Spiel abgebrochen worden“, begründete er. „Es hat 20 Minuten nicht stattgefunden, die Menge ist über das Stadion hinweggerollt, die Spieler waren schon in den Katakomben – also die Entscheidung des Wiederanpfiffes als Tatsachenentscheidung ist für mich eigentlich ein Zuendeführen eines bereits abgebrochenen Fußballspieles.“

Schon am Mittwoch hatte Hertha wegen der chaotischen Begleitumstände Einspruch gegen die Wertung des Spiels eingelegt, das den Abstieg der Berliner aus der Bundesliga bedeutet. Darüber will der DFB am Freitag entscheiden. Verhandlungsbeginn ist 13.30 Uhr.

Campino: Düsseldorfer Fußballrandale war keine Gewalt

Sänger Campino von den Toten Hosen hat die Ausschreitungen beim Bundesliga-Relegationsspiel zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC nicht als bedrohlich empfunden.

„Mit Gewalt hatte das nichts zu tun, es gab keine einzige Ohrfeige, kein blaues Auge, keine Verletzungen“, sagte der 49-jährige Fortuna-Fan der „Süddeutschen Zeitung“. „Vielleicht haben ein paar Leute Beleidigungen gerufen, aber Hooliganismus ist wirklich etwas anderes.“

Dennoch sei das Verhalten der Fans, die das Spielfeld gestürmt hätten, nicht zu rechtfertigen. „Und es ist in Ordnung, wenn es eine Strafe gibt für die Disziplinlosigkeit der Fans.“

Alle Hertha-Information im Morgenpost-Online-Blog immerhertha.de – hier