3:1 gegen Hoffenheim

Hertha wahrt seine Chance - Köln steigt ab

Hertha BSC schafft den Sprung auf Relegationsplatz 16. Die Berliner besiegten Babbels Hoffenheim mit 3:1.

Hertha BSC hat am letzten Spieltag der Saison den Sprung auf Relegationsplatz 16 geschafft und somit den direkten Abstieg aus der Fußball-Bundesliga verhindert. Dank eines 3:1 (1:0)-Erfolges gegen die TSG 1899 Hoffenheim mit dem ehemaligen Hertha-Trainer Markus Babbel schoben sich die Berliner in der Tabelle am 1. FC Köln vorbei, der sein Heimspiel gegen den FC Bayern München verlor. Die entscheidenden Treffer für Hertha BSC vor 51.837 Zuschauern im Berliner Olympiastadion erzielten Änis Ben-Hatira (14. Minute/78.) und Raffael (90.+2). Marvin Compper war für Hoffenheim erfolgreich (85.). Hertha trifft in den beiden Relegationsspielen auf den Dritten der zweiten Liga.

Die Ausgangslage des Finales einer gänzlich missratenen Saison hätte kaum dramatischer und brisanter sein können: Hertha traf auf eine Mannschaft, die von Markus Babbel trainiert wird. Der frühere Profi des FC Bayern war in der Hinrunde noch Trainer bei Hertha, ehe er nach einem Streit mit Manager Michael Preetz im Dezember entlassen wurde. Die Spieler von Hertha appellierten vor der Begegnung in einem offenen Brief an die Fans: „Uns ist völlig klar, dass wir in vielen Spielen in dieser Saison absolute Scheiße gespielt haben. (...) Aber, egal was war, jetzt zählt nur das Heute.“

Und im Hier und Jetzt spielten die Berliner zunächst tatsächlich nicht schlecht. Die nach Sperren wieder zurückgekehrten Peter Niemeyer und Lewan Kobiaschwili verliehen dem Spiel der Berliner wieder mehr Struktur als noch vergangene Woche, als Hertha eine 0:4-Pleite bei Schalke erlitten hatte. Gegen in den Anfangsminuten extrem zurückhaltende Gäste aus Hoffenheim sorgte zum ersten Mal Herthas Brasilianer Raffael für Gefahr, doch dessen Schuss aus knapp 20 Metern wehrte Hoffenheims Keeper Tom Starke ab. Eine Minute später fischte Starke dann bedröppelt den Ball aus dem Netz. Ein Freistoß von Ben-Hatira von der rechten Seite flog an Freund und Feind vorbei und landete im Tor.

Kobiashvili provoziert Gelb-Rot

Doch mit der Führung im Rücken kamen die Gäste wieder besser in die Partie. Die größte Möglichkeit hatte Sven Schipplock, der nach einer Steilvorlage von Sejad Salihovic Herthas Keeper Thomas Kraft umkurvte, doch Innenverteidiger Roman Hubnik verhinderte den Ausgleich. Turbulent wurde es dann in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit; die Hauptrolle in einer absurden Aufführung spielte ausgerechnet Kobiaschwili, der Spieler, den Herthas Trainer Otto Rehhagel jüngst als fairsten Spieler seit dem 2. Weltkrieg bezeichnet hatte. Der Georgier schubste zunächst TSG-Stürmer Ryan Babel, sodass dieser in Niemeyer stürzte. Anschließend stand Babel auf, es kam zu einem Kontakt mit Kobiaschwili, der sich theatralisch fallen ließ. Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer zeigte Babel die Gelb-Rote Karte.

In Überzahl war Hertha in der zweiten Halbzeit spielbestimmend, doch fehlte es zunächst an großen Möglichkeiten. Ein Steilpass des für den verletzten Perdedaj eingewechselten Ronny aus dem Halbfeld verpasste Ben-Hatira nur knapp. Laut wurde es dann zwischen der 52. und 55. Minute, als die Treffer zum 2:0 und 3:0 für die Bayern in Köln auf der Anzeigetafel im Olympiastadion erschienen. Dadurch beflügelt verfehlte Lasogga nach einem Alleingang über die linke Seite mit einem strammen Schuss das Tor nur knapp. Die Hoffenheimer Abwehr geriet nun immer mehr unter Druck. Ronnys Knaller (57.) aus 25 Metern lenkte Starke nur mit Mühe am Pfosten vorbei. In der Schlussphase kontrollierte Hertha das Spiel. Für das 2:0 sorgte Ben-Hatira mit seinem zweiten Treffer nach Vorlage des eingewechselten Adrian Ramos. Spannend machten es die Berliner noch einmal in den letzten fünf Minuten, nachdem Hoffenheims Innenverteidiger Compper den Anschlusstreffer erzielt hatte. Doch Raffael sorgte in der Nachspielzeit für das erlösende 3:1.

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