Hockenheim

Mercedes feiert Doppelerfolg beim DTM-Auftakt

Mercedes-Benz dominierte beim DTM-Saisonauftakt, Rückkehrer BMW ging auf dem Hockenheimring dagegen beinahe leer aus.

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Jubiläums-Doppelsieg und Sternstunde für Mercedes, viel Pech für Rückkehrer BMW: Beim spektakulären Start in eine neue Ära der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft bescherten die beiden Briten Gary Paffett und Jamie Green Mercedes in Hockenheim einen traumhaften Saisonauftakt, ihr Ex-Kollege Bruno Spengler aus Kanada und Titelverteidiger Martin Tomczyk schieden in ihren BMW dagegen früh aus. Während der Schwede Mattias Ekström als Dritter für Audi zumindest einen Podiumsplatz errang, war der dreimalige Tourenwagen-Weltmeister Andy Priaulx als Sechster bester BMW-Pilot.

„Das ist sehr schade, wir hatten Pech. Aber wir haben auch gesehen, dass der BMW M3 konkurrenzfähig ist“, sagte BMW-Motorsportdirektor Jens Marquardt nach dem ersten DTM-Auftritt der Münchner seit fast 20 Jahren. BMW scheint gleich von Saisonbeginn mit den bisherigen Platzhirschen Mercedes und Audi auf Augenhöhe zu sein.

Während Audi durch Ekström die Pole Position geholt hatte, war im Rennen gegen die Mercedes auf ihrer Lieblingsstrecke Hockenheim kein Kraut gewachsen. Am Ende hatte Ekström deutliche 19,4 Sekunden Rückstand auf Sieger Paffett. „Wir hatten ein super faires Rennen und haben einen Doppelsieg eingefahren. Das Auto war super und das Team hat perfekt gearbeitet“, sagte der Sieger nach seinem insgesamt 18. Erfolg in der DTM - und dem 100. Mercedes-Doppelsieg.

Entsprechend zufrieden war Mercedes-Sportchef Norbert Haug. „Es war absolut klasse. Garry und Jamie haben sich einen tollen Zweikampf auf allerhöchstem Niveau geliefert“, sagte Haug, der sich zudem über Rang vier von Christian Vietoris freuen durfte, der mit seinem bislang besten DTM-Resultat bester deutscher Fahrer war. Auch Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher hatte an Mercedes-Junior Vietoris und der gesamten DTM seinen Spaß. „Drei Hersteller innerhalb von ein paar Zehntelsekunden, das ist absolut beeindruckend. Das ist Motorsport auf Top-Niveau“, sagte der Mercedes-Star nach einer Demo-Runde mit seinem Formel-1-Silberpfeil.

Vor der Rekordkulisse von 71.000 Zuschauern behauptete Vize-Meister Ekström am Start zunächst seine Führung. Unmittelbar dahinter tobte ein verbissener Kampf um die Positionen. Erstes Opfer der Rangeleien wurde der zweimalige DTM-Champion Timo Scheider (Braubach) im Audi, der beim ersten Durchfahren der Spitzkehre von einem Rivalen gedreht wurde und anschließend das Rennen beenden musste.

Nur zwei Runden später kam es an gleicher Stelle zu einem weiteren Zwischenfall, als der frühere Formel-1-Pilot Ralf Schumacher mit seinem Mercedes gleich zwei BMW-Piloten abräumte. Zunächst drehte Schumacher den überraschend von Position drei gestarteten Dirk Werner (Hannover), der Kanadier Bruno Spengler konnte nicht mehr ausweichen und kollidierte mit dem Kerpener. Während Werner das Rennen fortsetzen konnte, verlor Spengler seine Motorhaube und musste das Rennen in der Box beenden. Schumacher, der am Ende noch Siebter wurde, kassierte für seine Aktion von der Rennleitung eine Durchfahrtstrafe, von Spengler ein paar deftige Schimpfworte.

„Er hat 50 Meter zu spät gebremst und damit ein Chaos verursacht. Ich hätte erwartet, dass ein ehemaliger Formel-1-Fahrer schlauer handelt“, sagte Spengler, nachdem er sich schon wieder ein bisschen beruhigt hatte. Wie der Ex-Mercedes-Pilot war kurz darauf auch Tomczyk nur noch Zuschauer, weil sein BMW nach mehreren Berührungen mit Konkurrenten zu sehr beschädigt war. Die Entscheidung im Kampf um den ersten Sieg mit dem neuen DTM-Reglement fiel bereits, als Ekström nach einem Fahrfehler Paffett und Green passieren lassen musste.