Bis 2016

Götzes neuer Vertrag ist Dortmunds nächster Coup

Der auch von Bayern München umworbene Mario Götze sieht sich bei Borussia Dortmund offenbar bestens aufgehoben und verlängert bis 2016. Klubchef Hans-Joachim Watzke sagt: "Das ist ein Signal."

Wohlwollend haben sie in Dortmund die Rückkehr ihres Lieblings zur Kenntnis genommen. Zu Wochenbeginn stand Mario Götze erstmals seit der im Winter diagnostizierten Schambeinentzündung wieder auf dem Trainingsplatz. In zehn Tagen, so heißt es, könne der 19 Jahre alte Nationalspieler nach einer Aufbauphase schon komplett mit den Teamkollegen üben.

Dass das nicht die letzte gute Nachricht rund um Deutschlands größtes Fußballtalent sein würde, konnten die Borussia-Fans zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnen. Dienstag gab der BVB bekannt, dass der derzeit wohl begehrteste deutsche Spieler der Bundesliga seinen Vertrag vorzeitig um zwei Jahre bis 2016 verlängert hat.

Die Entscheidung fiel Götze nicht schwer

„Jeder weiß, wie wohl ich mich in Dortmund fühle“, erklärte der Mittelfeldspieler. Deshalb sei es ihm nicht schwer gefallen, den Kontrakt mit dem BVB schon jetzt zu verlängern. Die Mannschaft sei mit ihrer Entwicklung noch lange nicht fertig. „Und ich möchte Teil dieser Entwicklung sein.“

Solche Worte hören sie gern in Dortmund, wo sie einen wie Götze, der aus der eigenen Jugend kam, als authentisches Aushängeschild stilprägend vermarkten können. „Wir freuen uns. Es waren sehr vertrauensvolle Gespräche. Einen Spieler, der wie kaum ein anderer im Fokus der Öffentlichkeit steht, so lange an uns zu binden, ist auch ein Signal dafür, was wir hier vorhaben“, sagte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke „Morgenpost Online“.

"Die Hygiene im Team erhalten"


Dass die Verlängerung eine kostspielige Angelegenheit ist, mochte der Chefsanierer des Deutschen Meisters gar nicht erst verhehlen. „Natürlich mussten wir dafür Geld in die Hand nehmen, aber für uns ist und bleibt es wichtig, diesbezüglich die Hygiene im Team zu erhalten. Es waren schon ein paar Gespräche nötig, aber jetzt sind wir glücklich, dass es geklappt hat.“

Nach der Verpflichtung von Marco Reus und der sportlichen Replik auf die Verbalangriffe aus München dürfen Watzke und Co. die Vertragsverlängerung mit Götze als drittes wegweisendes Signal an den Rekordmeister in den vergangenen Wochen gewertet wissen. Ungeachtet aller Störfeuer, so scheint es, gehen die Dortmunder ihren Weg, der sie auch in diesem Jahr zum Titel führen könnte. Dass Götze ebenso wie der Noch-Mönchengladbacher Reus auch heftig von den Bayern umgarnt war, macht die vorzeitige Verlängerung des Kontraktes für die BVB-Verantwortlichen noch ein bisschen angenehmer.

Den Coup haben sie in Dortmund offenbar von langer Hand vorbereitet. Vor einer Woche kündigte Watzke bereits auf „Morgenpost Online“ an, dass der Deutsche Meister sein Mannschaftsbudget nach einer Steigerung in dieser Saison von 34 auf 40 Millionen Euro in der nächsten Spielzeit nochmals um fünf Millionen Euro erhöhen wird. Einen Großteil davon werden wohl die Bezüge von Rückkehrer Reus und Götze verschlingen.

Es dürfte gut angelegtes Geld sein. Denn Götze zählt seit Monaten zu den begehrtesten Spekulationsobjekten auf dem Transfermarkt. Obwohl er erst 52 Ligaspiele für Dortmund bestritten hat (elf Tore) und bislang lediglich zwölfmal für das deutsche Nationalteam auflief (zwei Tore), hat er Begehrlichkeiten bei etlichen Spitzenklubs geweckt. Arsene Wenger, Teammanager des FC Arsenal, soll bereits im vergangenen Sommer 40 Millionen Euro für einen Wechsel des Hochbegabten geboten haben. Borussia Dortmund lehnte mit dem Verweis ab, dass Götze wesentlicher Bestandteil der Zukunftsplanung sei.


DFB-Sportdirektor Sammer gratuliert

Zu Recht, wie Matthias Sammer findet. Der Sportdirektor des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) sowie ehemalige Dortmunder Trainer und Spieler wertet auch die Vertragsverlängerung als deutliches Zeichen. „Das ist ein starkes Signal für Borussia Dortmund, aber auch für den deutschen Fußball. Es zeigt, dass die Bundesliga absolut in der Lage ist, ihre besten Spieler im Land zu halten“, sagte Sammer „Morgenpost Online“: „Mario Götze verfügt noch über eine Menge Entwicklungspotenzial, darum Glückwunsch an die Dortmunder. Wenn ein Spieler das Gefühl hat, dass eine so langfristige Bindung Sinn macht, dann spricht überhaupt nichts dagegen.“