"Auszeit"

Jeremy Lin gibt sich nicht für Drogen her

Mit dem eigenen Namen soll nur Gutes in Verbindung gebracht werden. Das dachte sich auch US-Basketballstar Jeremy Lin und verklagt einen Händler, der unter seinem Namen Marihuana verkauft.

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Einem korrekten deutschen Standesbeamten rutscht nichts so schnell durch. Da wollte doch mal eine Mutter ihre Tochter Pepsi-Cola nennen. Abgelehnt, das Kind durfte nur Pepsi-Carola heißen. Sputnik, Atomfried und Bierstübl gingen auch nicht durch, wobei nicht ganz klar ist, nach welchen Maßstäben entschieden wird. Windsbraut und Winnetou etwa sind erlaubt.

Stark bezweifelt werden darf aber, dass Michael Gnade bei einem deutschen Standesamt gefunden hätte – so nannte der Sänger Sting seine (!) Tochter. Dokumentiert ist der Fall, dass eine Mutter aus Nordrhein-Westfalen ihren Sohn Chenekwahow, Tecumseh, Migiskau, Kioma, Ernesto, Inti, Prithibi, Pathar, Chajara, Majim, Henriko und Alessandro nennen wollte. Bitte noch mal nachdenken, verfügte das Oberlandesgericht Düsseldorf, zwölf Namen hätten einen „erheblich belästigenden Charakter“ für das Kind. Nur fünf seien genehm.

Fettnäpfchen Namensgebung

Mit den Namen ist das ja ohnehin so eine Sache, auch Firmen können schnell mal schief gewickelt sein. Der Autobauer Ford nannte eines seiner Modelle „Pinto“, was bei den männlichen Kaufinteressenten in Brasilien nicht gut ankam. „Pinto“ steht da für „kleiner Penis“.

In den USA sorgt nun der Fall des Basketballspielers Jeremy Lin für Aufsehen. Im Hype um den Star der New York Nicks wurde der Begriff „Linsanity“ geprägt, was übersetzt „Lin-Wahnsinn“ bedeutet. Weil nun aber in den USA für medizinische Zwecke Marihuana unter dem Namen „Lin Sanity OG“ verkauft wird, hat Lin seine Anwälte mit einer Klage gegen den Händler beauftragt.

„Ein Stück des Seins und der Seele“ sei der Name, hat der Schriftsteller Thomas Mann mal gesagt. Als Vorname ist deswegen auch Satan verboten.