Prominenter Neuzugang

Doppelter Schweinsteiger bei Bayern München

Die Schweinsteigers sind künftig beim FC Bayern vereint: Neben Bastian wird bald auch Bruder Tobias das Trikot des deutschen Rekordmeisters tragen – wenngleich in der Regionalliga.

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Schweinsteiger trifft Schweinsteiger: Die Familienzusammenführung von Fußballnationalspieler Bastian und seinem drei Jahre älteren Bruder Tobias ist perfekt. Zwei Monate vor Saisonende sicherte sich der FC Bayern die Dienste des 30-jährigen Stürmers für seine Regionalliga-Mannschaft.

Wie „Schweini I“ im Bundesliga-Ensemble soll auch „Schweini II“ Führungsaufgaben übernehmen – wenn auch drei Klassen weiter unten.

„Ich hoffe, dass ich mit meiner Erfahrung jungen Spielern den Weg in den Profifußball erleichtern kann“, sagte der Bayern-Zugang, der für den Wechsel nach München sportlich sogar Abstriche in Kauf nimmt: Noch läuft er für den Drittligisten Jahn Regensburg auf, dank seiner zwölf Treffer stehen die Oberpfälzer auf einem guten sechsten Platz.

Neue Heimat in München

Vor seinem zweiten Engagement in Regensburg nach 2003 hatte „Schweini II“ bereits auf der Gehaltsliste vieler Vereine gestanden - zuletzt in Unterhaching, Lübeck, Braunschweig und Ismaning. Der ablösefreie Wechsel nach München ist nun der nächste Versuch, irgendwo heimisch zu werden.

Ob Bastian bei der Eingewöhnung helfen kann? In jedem Fall sei es schön, „endlich mit meinem Bruder in einem Klub zusammenzuspielen“, kommentierte Tobias. „Wir haben ein sehr gutes Verhältnis“, kommentierte dann auch Bastian den Neuzugang. „Wir wissen, dass wir uns aufeinander verlassen können.“

Ein Brüderpaar an der Säbener Straße – das gab es seit Nico und Robert Kovac im Jahr 2001 nicht mehr beim FC Bayern. In den 80er-Jahren spielten bereits die Rummenigges gemeinsam beim FC Bayern. Nun also die Schweinsteigers.

Studierter Sportmanager

Tobias Schweinsteiger, der ein Fernstudium in Sportmanagement erfolgreich abgeschlossen hat, will das nicht überbewerten. Er sagte: „Wir sind zwar ab Sommer im selben Verein, aber spielen dennoch in unterschiedlichen Mannschaften. Aber wir werden uns jetzt natürlich wieder öfter über den Weg laufen.“

Wie groß war der Einfluss von Bastian Schweinsteiger auf diesen Wechsel? Tobias lacht: „Basti hat Jörg Butt (künftiger Jugend-Boss beim FC Bayern, d. Red.) meine Handynummer gegeben. Das war alles.“

Die beiden Schweinsteigers haben übrigens schon einmal gemeinsam in einer Mannschaft gespielt – in der C-Jugend des TSV 1860 Rosenheim. Es ist durchaus vorstellbar, dass es im Trikot des FC Bayern nun eine Neuauflage bei den zahlreichen Freundschaftsspielen des Rekordmeisters geben könnte.

Glücksgriff für Bayern München

Tobias, der mit Jahn Regensburg trotz des 0:1 in Saarbrücken immer noch um den Aufstieg in die Zweite Liga spielt, freut sich auf seinen Wechsel zum FC Bayern: „Für mich ist das eine sehr interessante Aufgabe, die jungen Spieler auf ihrem Weg zu unterstützen, ihnen zu helfen und die U23 wieder in die 3. Liga zu bringen. Der FC Bayern will aus überwiegend bayerischen Talenten und erfahrenen Spielern eine Mannschaft aufbauen. Ich denke, dass ich da ganz gut reinpasse.“

Für den FC Bayern ist der pfeilschnelle Schweinsteiger ein absoluter Glücksgriff, schließlich gehört der begehrte Angreifer zu den besten Spielern der Dritten Liga.

Seine Erfahrung und seine Tore - mit 38 Treffern führt der Rosenheimer die Ewige Torschützenliste der Dritten Liga an – sollen helfen, dass die zweite Mannschaft des deutschen Rekordmeisters nächstes Jahr wieder in die Dritte Liga aufsteigt.